Neuer Finanzierungsplan für Nürnberger Stadion: CSU will öffentliche Mittel verdoppeln
Das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg, das in die Jahre gekommen ist und dringend saniert werden muss, steht im Mittelpunkt einer überraschenden Finanzierungsinitiative. Kurz vor der Kommunalwahl am kommenden Sonntag haben CSU-Fraktionschef Andreas Krieglstein (49) und sein Stellvertreter Max Müller (38), der bis 2022 im Aufsichtsrat des 1. FC Nürnberg saß, einen bemerkenswerten Vorschlag auf Instagram präsentiert.
Von 30 auf 75 Millionen: Stadt soll Beitrag erhöhen
Krieglstein erklärte öffentlich: „Wir haben uns als Stadt Nürnberg jetzt bereiterklärt, unseren Zuschuss auf 75 Millionen Euro hochzufahren und der Freistaat wird sich in gleicher Höhe beteiligen.“ Dieser Vorstoß bedeutet eine Verdoppelung der ursprünglich geplanten städtischen Beteiligung von 30 Millionen Euro und würde eine Gesamtsumme von 150 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen ergeben.
Die Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (59/CSU) bei der 125-Jahr-Feier des 1. FC Nürnberg im Mai des vergangenen Jahres, dass sich der Freistaat finanziell engagieren werde, erhält damit eine konkrete Dimension. Söders Zusage wird nun mit einem konkreten Betrag unterlegt.
300-Millionen-Projekt: Halbe Finanzierung durch öffentliche Hand
Insgesamt belaufen sich die Kosten für den notwendigen Stadionumbau auf schätzungsweise 300 Millionen Euro. Würde der CSU-Vorschlag im neu gewählten Stadtrat tatsächlich umgesetzt, könnte das ambitionierte Projekt zur Hälfte von Stadt und Freistaat finanziert werden. Weitere 30 Millionen Euro sollen durch den 1. FC Nürnberg aufgebracht werden, konkret durch den Verkauf von drei Trainingsplätzen am Valznerweiher.
Die verbleibenden 120 Millionen Euro müssten dann durch Darlehen und private Investoren abgedeckt werden. Diese Aufteilung würde die finanzielle Last für den Club erheblich reduzieren und das Projekt auf eine stabilere Basis stellen.
Planungsphase läuft: Entscheidung im Sommer erwartet
Aktuell beschäftigt sich ein spezialisiertes Planungsbüro mit der Vorplanung des bis 2031 geplanten Stadionumbaus. Dabei werden verschiedene Varianten geprüft, einschließlich der Nutzung eines Ausweichstadions während der Bauphase. Die Ergebnisse dieser Planungen werden mit Spannung erwartet.
Im Sommer dieses Jahres soll dann der Stadtrat endgültig über das Megaprojekt und dessen Finanzierung entscheiden. Die politischen Weichenstellungen der kommenden Wochen werden daher von großer Bedeutung für die Zukunft des Nürnberger Fußballtempels sein.
Die Diskussion um die Finanzierung des Max-Morlock-Stadions zeigt, wie sehr Sportinfrastruktur und kommunale Politik miteinander verwoben sind. Ob der CSU-Vorstoß tatsächlich umgesetzt wird oder ob es sich um Wahlkampfrhetorik handelt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



