IHK-Chef vergibt Schulnote 4-5: Münchner Wirtschaftsexperte kritisiert Bundesregierung scharf
IHK-Chef vergibt Schulnote 4-5: Kritik an Bundesregierung

Schulnote vier bis fünf: Münchens IHK-Chef rechnet mit der Bundesregierung ab

Wie steht es um die Wirtschaft in Bayern? Manfred Gößl, der Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, zeigt sich in einem aktuellen Gespräch mit der Abendzeitung deutlich ernüchtert. Seine Bilanz fällt besonders für die Bundesregierung vernichtend aus.

Enttäuschte Erwartungen und massive Branchenprobleme

Gößl spricht offen über enttäuschte Erwartungen, die sich in den vergangenen Monaten und Jahren aufgebaut haben. Die wirtschaftliche Lage in Bayern, traditionell eine der stärksten Regionen Deutschlands, sieht er durch zahlreiche Herausforderungen belastet. Massive Branchenprobleme in Schlüsselsektoren wie der Automobilindustrie, dem Mittelstand und technologieorientierten Unternehmen werden von der Politik seiner Ansicht nach nicht ausreichend adressiert.

Der IHK-Chef verweist auf strukturelle Schwierigkeiten, die von bürokratischen Hürden bis zu innovationshemmenden Rahmenbedingungen reichen. Seine Kritik richtet sich dabei nicht nur auf allgemeine Tendenzen, sondern benennt konkrete Versäumnisse in der Gesetzgebung und Förderpolitik.

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Was Deutschland von Skandinavien lernen kann

In seinem Ausblick zeigt Gößl jedoch auch konstruktive Wege auf. Er plädiert dafür, dass Bayern und Deutschland insgesamt stärker von skandinavischen Vorbildern lernen sollten. Länder wie Schweden, Dänemark oder Norwegen hätten in Bereichen wie Digitalisierung, Bildungssystem und unternehmerischer Flexibilität bemerkenswerte Erfolge erzielt.

Von diesen Erfahrungen könne die deutsche Wirtschaft profitieren, betont der Wirtschaftsexperte. Er nennt beispielhaft die Förderung von Start-ups, die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen und Investitionen in zukunftsfähige Infrastruktur als Bereiche, in denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Boombranche Rüstungsindustrie als Kontrast

Als Kontrast zu den allgemeinen wirtschaftlichen Sorgen erwähnt Gößl die Boombranche Rüstungsindustrie. Das Münchner Unternehmen Helsing, das das unbemannte Kampfflugzeug CA-1 Europa präsentiert hat, stehe beispielhaft für Sektoren, die aktuell prosperieren. Diese positive Entwicklung einzelner Branchen könne jedoch nicht über die grundlegenden Probleme hinwegtäuschen.

Abschließend fordert der IHK-Chef eine konsequentere und mutigere Wirtschaftspolitik von der Bundesregierung. Nur so könne Bayern seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und die aktuellen Herausforderungen erfolgreich bewältigen.

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