Söder reist nach Texas: Bayern will Allianz mit US-Power-Regionen schließen
Söder in Texas: Bayern sucht Allianz mit US-Power-Regionen

Historische USA-Reise: Bayerns Ministerpräsident Söder sucht Allianzen mit texanischer Raumfahrt und südcarolinischer Automobilindustrie

Fast ein Vierteljahrhundert nach dem letzten USA-Besuch eines bayerischen Regierungschefs bricht CSU-Vorsitzender Markus Söder am Sonntag zu einer bedeutenden Reise über den Atlantik auf. Ziel der viertägigen Mission sind die wirtschaftsstarken US-Bundesstaaten Texas und South Carolina, wobei die Hauptstadt Washington und das Weiße Haus bewusst umgangen werden.

Erste Dienstreise eines bayerischen Ministerpräsidenten seit Edmund Stoiber

"Die Reise wird etwas Besonderes. Es ist die erste Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten in die USA seit fast 25 Jahren", betonte Söder vor seiner Abreise gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in München. 2002 hatte der damalige Kanzlerkandidat Edmund Stoiber noch US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus getroffen - ein Treffen, das unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen undenkbar erscheint.

Der überzeugte Transatlantiker Söder sieht seine Mission klar definiert: "Wir wollen Allianzen zu Power-Regionen schließen. Texas und South Carolina sind zwei wirtschaftlich sehr starke Regionen in den USA. Die Reise folgt dem Motto: regional, technologisch, wirtschaftlich." Privat war der bayerische Regierungschef bereits 2012 in New York und 2014 an der Westküste unterwegs - nun folgt die erste offizielle Dienstreise in seiner Amtsfunktion.

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Raumfahrtachse Bayern-Texas: KI-gesteuerte Weltraummissionen im Fokus

Ein zentrales Anliegen der Reise ist der Ausbau der Raumfahrtkooperation zwischen Bayern und Texas. Söder plant Besuche im NASA Mission Control Center in Houston und will eine verstärkte Partnerschaft zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen bei München und der NASA etablieren.

Konkret soll ein gemeinsames Projekt zur KI-Steuerung von Raumfahrzeugen vereinbart werden, das ein selbstständiges Operieren im Weltall ohne permanente Bodenkommunikation ermöglicht. "Diese Technologie soll effizientere und schnellere Bewegungen im All ermöglichen. Die Wissenschaft und auch Start-ups aus Bayern können hier entscheidende Impulse liefern", erläuterte Söder die ambitionierten Pläne.

Neben der Raumfahrt stehen auch Universitätskooperationen für neue Technologien in den Bereichen Medizin und Pflege auf der Agenda, ebenso wie der Besuch eines Werks des Augsburger Maschinenbauers Everllence.

Automobilwirtschaft in South Carolina: BMW-Werk als zweite wichtige Station

Die zweite große Station der Reise führt Söder nach South Carolina, wo in Spartanburg das wichtigste und größte Auslandswerk von BMW angesiedelt ist. "BMW ist dort einer der größten Arbeitgeber. Wir sprechen vor Ort über das Thema Automotive und das Auto der Zukunft", so der Ministerpräsident, der Bayern als Autoland erhalten will - auch durch internationales Engagement.

Geplant sind politische Gespräche mit South Carolinas republikanischem Gouverneur Henry McMaster in Columbia sowie Empfänge im Senat und Repräsentantenhaus des Bundesstaates. Trotz der aktuellen Handelskonflikte und Zollstreitigkeiten unter der Trump-Administration setzt Söder auf den Aufbau regionaler Netzwerke unterhalb der Präsidialebene.

Land und Leute: Von Cowboy-Ranches bis zur NASA

Typisch für Söder-Reisen bleibt auch der Blick auf Land und Leute. Nach seinen Abenteuern mit Schlittenhunden in Schweden und Fototerminen vor ägyptischen Pyramiden stehen diesmal Besuche auf einer texanischen Cowboy-Ranch neben den hochtechnologischen NASA-Terminen auf dem Programm.

Die Möglichkeiten regionaler US-Akteure, Einfluss auf internationale Zollstreitigkeiten zu nehmen, schätzt Söder zwar als begrenzt ein. Dennoch betont er: "Für Bayern ist klar: Wir sind für möglichst viel Freihandel und gegen Zölle." Der Austausch mit regionalen Entscheidungsträgern soll helfen, die Stimmung vor Ort besser zu verstehen und langfristige Partnerschaften jenseits der aktuellen politischen Spannungen aufzubauen.

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