Berliner SPD fordert striktes Handyverbot an Grundschulen
Die Berliner SPD hat sich in ihrem Wahlprogramm für die anstehende Abgeordnetenhauswahl im September ein klares Ziel gesetzt: ein flächendeckendes Handyverbot an allen Grundschulen der Hauptstadt. Spitzenkandidat Steffen Krach präsentierte diese Forderung als zentralen Punkt der Bildungspolitik seiner Partei und kritisierte dabei die aktuelle Situation scharf.
Klare Regelung statt individueller Entscheidungen
„Wir brauchen da eine klare Regelung“, betonte Krach bei der Vorstellung des Wahlprogramms. „Aktuell ist die Situation so, dass die Bildungssenatorin sich einen schlanken Fuß macht, weil sie sagt, jede Schule kann das selber entscheiden.“ Der SPD-Politiker argumentiert, dass Diskussionen über Handynutzung in Schulkonferenzen mit Eltern, Lehrkräften und Schülervertretern das Schulklima negativ beeinflussen würden. Stattdessen fordert seine Partei eine einheitliche Vorgabe des Landes Berlin.
Gefahren für soziale Entwicklung und Gesundheit
Die designierte neue SPD-Co-Vorsitzende Bettina König unterstützt diese Position nachdrücklich. „Jeder hat immer nur das Handy vor sich. Das Miteinander geht da total verloren“, warnte sie. Die ständige Nutzung von Mobiltelefonen sei nicht nur schädlich für die soziale Entwicklung der Kinder, sondern belaste auch deren Gesundheit erheblich. „Die Gesundheit der Kinder leidet darunter, und daher müssen wir einfach handeln“, so König.
Umfassendes Verbot in Unterricht und Pausen
Das von der SPD angestrebte Verbot soll sowohl während des Unterrichts als auch in den Pausen auf dem Schulhof gelten. „Da sollen die Kinder miteinander spielen, sich unterhalten und nicht am Handy daddeln“, erklärte Krach. Ausnahmen sind lediglich für den Schulweg vorgesehen, damit Kinder für ihre Eltern erreichbar bleiben können. „Aber mit Beginn des Unterrichts morgens soll das Handy abgegeben werden oder ausgeschaltet sein.“
Diskussion über Social-Media-Verbot nach australischem Vorbild
Darüber hinaus beschäftigt sich die Berliner SPD auch mit einem möglichen Social-Media-Verbot für junge Menschen in Deutschland. Krach äußerte persönliche Sympathien für ein solches Verbot nach australischem Vorbild: „Ich glaube, dass man das sehr ernsthaft in Betracht ziehen muss.“ Bei vielen Kindern und Jugendlichen sei die psychische Belastung durch die Nutzung sozialer Medien enorm. Während die endgültige Entscheidung darüber bei der Bundesregierung liege, werde der SPD-Landesvorstand das Thema in den kommenden Tagen intensiv diskutieren.



