Görlitzer Park: Eilantrag gegen nächtliche Sperrung vor Gericht eingereicht
Eine Berliner Initiative geht nun juristisch gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks vor. Der Anwalt David Werdermann reichte im Namen des Bündnisses „Görli zaunfrei“ Klage beim Verwaltungsgericht Berlin ein. Parallel dazu wurde ein Eilantrag gestellt, der noch am selben Tag eingereicht werden sollte.
Unverhältnismäßiger Eingriff in Grundrechte
Das Bündnis kritisiert die Maßnahme des Berliner Senats aus CDU und SPD scharf. Laut ihrer Argumentation greife die nächtliche Sperrung „unverhältnismäßig in die Rechte und Bewegungsfreiheit der Anwohner und Parknutzer ein“. Bereits seit längerer Zeit hatte die Initiative juristische Schritte angekündigt, um gegen die umstrittene Regelung vorzugehen.
Park bleibt seit März nachts geschlossen
Nach jahrelangen kontroversen Debatten bleibt der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg seit Anfang März 2026 jeden Abend ab 22.00 Uhr verschlossen. Für die Umsetzung dieser Maßnahme wurden rund 16 Eingangstore mit entsprechenden Verschlussvorrichtungen errichtet. Bereits im Jahr 2023 hatte der Berliner Senat die nächtliche Sperrung beschlossen, um damit gezielt gegen Drogenhandel und Kriminalität in dem Parkgebiet vorzugehen.
Widerstand und Proteste gegen die Maßnahme
Gegen diese Entscheidung protestierten von Anfang an der grün geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowie mehrere linke Initiativen. Seitdem die Grünanlage nachts systematisch abgesperrt wird, kommt es regelmäßig zu Beschädigungen an Toren und Zäunen. Einige linke Gruppen hatten sogar explizit zu Protestaktionen und gezielten Beschädigungen der Sperranlagen aufgerufen.
Die Situation im Görlitzer Park bleibt damit weiterhin politisch und gesellschaftlich höchst umstritten. Während die Befürworter der Sperrung auf eine Reduzierung der Kriminalität hoffen, sehen die Gegner in der Maßnahme einen unverhältnismäßigen Eingriff in städtische Freiheiten und das öffentliche Leben.



