Berliner Grüne fordern Stopp für Gasheizungen in landeseigenen Wohnungen
Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus will einen entscheidenden Schritt in der städtischen Wärmewende gehen. Sie plant einen Antrag einzubringen, der landeseigenen Wohnungsunternehmen den Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen untersagen soll. Hintergrund dieser Initiative sind die befürchteten, dauerhaft steigenden Heizkosten für Mieterinnen und Mieter, die durch fossile Brennstoffe verursacht werden.
„Neue Gasheizungen sind eine tickende Zeitbombe“
Grünen-Fraktionschef Werner Graf warnte in einer Stellungnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur eindringlich vor den finanziellen Folgen. „Neue Gasheizungen sind eine tickende Zeitbombe für die Nebenkosten“, erklärte er. „Der Senat muss deshalb bei den Irrwegen der schwarz-roten Bundesregierung gegensteuern. Wer weiter auf Öl und Gas setzt, treibt Mieterinnen und Mieter sehenden Auges in die nächste Preisexplosion.“
Die Grünen argumentieren, dass absehbare Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen letztlich die Bewohner belasten würden. Sie fordern den Berliner Senat auf, in seiner Rolle als Gesellschafter aktiv zu werden und die landeseigenen Wohnungsunternehmen anzuweisen, bei Neubauten oder Heizungserneuerungen ausschließlich auf nachhaltige Heizsysteme zu setzen.
Hintergrund: Das umstrittene Heizungsgesetz
Diese Forderung steht im direkten Zusammenhang mit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes, das von der schwarz-roten Koalition im Bund vereinbart wurde. Dieses Gesetz ermöglicht es Immobilienbesitzern weiterhin, Öl- und Gasheizungen einzubauen. Die Berliner Grünen sehen darin eine verpasste Chance für den Klimaschutz und eine zusätzliche finanzielle Belastung für Mieter.
Ihr Antrag zielt darauf ab, auf Landesebene gegenzusteuern und den Weg für erneuerbare Wärmequellen zu ebnen. Sie betonen, dass ein Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch langfristig kostengünstiger für die Bewohner sei.
Die Debatte um die Zukunft der Wärmeversorgung in Berlins landeseigenen Wohnungen dürfte in den kommenden Wochen im Landesparlament intensiv geführt werden. Die Grünen setzen damit ein deutliches Zeichen für eine beschleunigte Energiewende im Gebäudesektor der Hauptstadt.



