Martenstein lobt Badenberg: Berliner Quotenregelung für Migranten abgeschafft
Martenstein: Berliner Migrantenquote abgeschafft

Martenstein würdigt Badenbergs Entscheidung gegen Berliner Quotenregelung

In seiner täglichen Kolumne für BILD hat der Journalist Harald Martenstein die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg für ihre jüngste Entscheidung gelobt. Die 72-jährige CDU-Politikerin, die im Iran geboren wurde, hat eine umstrittene Quotenregelung im Berliner Landesdienst abgeschafft.

Das umstrittene Privilegien-System

Bisher galt in der Hauptstadt eine Vorschrift, die bei Bewerbungsgesprächen für Stellen im öffentlichen Dienst mindestens 40 Prozent der eingeladenen Kandidaten mit nichtdeutscher Herkunft vorsah. Diese Regelung wurde unabhängig von schulischen Leistungen, Zeugnissen oder fachlicher Qualifikation angewendet und führte zu paradoxen Situationen.

Martenstein beschreibt konkrete Fälle: „Bei den Staatsanwälten zum Beispiel führte das dazu, dass Bewerber mit guten Noten nicht mal zum Gespräch antreten durften, weil sie vier deutsche Großeltern hatten.“ Qualifizierte Kandidaten wurden somit systematisch benachteiligt, während Bewerber mit geringerer Eignung bevorzugt wurden – allein aufgrund ihrer Herkunft.

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Badenberg stellt Verfassungswidrigkeit fest

Justizsenatorin Badenberg hat diese Praxis nun beendet und ihre Entscheidung klar begründet: Die Quotenregelung sei verfassungswidrig. Ihr grüner Amtsvorgänger habe sich, so Martenstein, dafür nicht interessiert. Badenberg betont, dass Berlin die besten Fachkräfte benötige und dies nur „durch gleiche Chancen für alle“ erreicht werden könne.

Der Kolumnist stellt diese Haltung ausdrücklich der bisherigen Politik gegenüber: „Sie sagen, dass Berlin die Besten braucht. Das ginge nur durch gleiche Chancen für alle.“ Diese Rückkehr zum Prinzip der Chancengleichheit bewertet Martenstein als überfälligen Schritt.

Politische Kontroversen und elterliche Sorgen

Martenstein äußert jedoch Bedenken, dass die SPD die Entscheidung möglicherweise wieder rückgängig machen könnte. In emotionalen Worten dankt er der Justizsenatorin: „Ich danke Ihnen im Namen aller Eltern deutscher Herkunft. Wir möchten, dass auch unsere Kinder eine faire Möglichkeit auf Karriere haben.“

Der Journalist bringt eine grundsätzliche Sorge zum Ausdruck: Gleiche Rechte für alle Bürger seien in Deutschland nicht mehr selbstverständlich. Eltern fürchteten, dass ihre Kinder das Land verlassen müssten, um anderswo faire Berufschancen zu finden – eine Entwicklung, die Martenstein mit mittelalterlichen Adelsprivilegien vergleicht.

Eine Kolumne mit politischer Sprengkraft

Harald Martensteins tägliche Kolumne in BILD entwickelt sich zu einem beachteten Forum für gesellschaftspolitische Debatten. Seine klare Positionierung in der Quotenfrage zeigt, wie sehr das Thema Integration und Chancengerechtigkeit die deutsche Gesellschaft bewegt. Die Abschaffung der Berliner Regelung durch eine Politikerin mit eigener Migrationsgeschichte gibt der Diskussion eine besondere Note.

Martenstein beendet seinen Beitrag mit einem Appell an die Leser, ihre Meinung zu dieser kontroversen Frage zu äußern. Die Debatte über faire Verfahren im öffentlichen Dienst und die Balance zwischen Förderung und Diskriminierung wird damit weitergeführt – nun auf Grundlage verfassungsrechtlicher Klarheit.

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