Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter verwendet N-Wort in Stadtratssitzung
In einer kontroversen Sitzung des Münchner Stadtrats hat Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD das sogenannte N-Wort verwendet, einen rassistischen Begriff, der heute als äußerst verletzend und diskriminierend gilt. Der Vorfall ereignete sich während der Vollversammlung am Mittwoch, kurz vor der anstehenden Oberbürgermeisterwahl in der bayerischen Landeshauptstadt.
Spontanes Zitat führt zu Empörung
Reiter äußerte den Begriff beim Blättern in Unterlagen, wie aus einer Aufzeichnung der Sitzung hervorgeht. In einer anschließenden schriftlichen Stellungnahme erklärte der Politiker, es handele sich um ein spontanes Zitat aus einem Stück des niederbayerischen Kabarettisten Fredl Fesl, das ihm „über die Lippen gekommen“ sei. Alfred Raimund „Fredl“ Fesl, der von 1947 bis 2024 lebte, war bekannt für seine musikalischen und kabarettistischen Werke.
Der Oberbürgermeister betonte ausdrücklich, dass er mit der Äußerung niemanden verletzen oder abwerten wollte. „Wenn sich durch meine Worte jemand verletzt oder herabgesetzt gefühlt hat, bedaure ich das ausdrücklich und bitte dafür um Entschuldigung“, schrieb Reiter. Er verwies darauf, dass der Münchner Stadtrat bereits im Jahr 2022 mit dem Beschluss „N-Wort ächten“ klarstellte, dass die Verwendung dieses Begriffs als rassistisch einzustufen und abzulehnen ist.
Besondere Verantwortung als Stadtoberhaupt
Reiter unterstrich seine Unterstützung für diese Haltung und hob seine besondere Verantwortung als Oberbürgermeister hervor. „Gerade als Oberbürgermeister habe ich eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander“, so der SPD-Politiker. Der Vorfall wirft Fragen zum Umgang mit rassistischen Begriffen in der politischen Kommunikation auf, insbesondere in einer multikulturellen Stadt wie München.
Medienberichte, darunter von „Hallo München“, hatten zuvor über den Vorfall informiert. Die Diskussion um Rassismus in Behörden und öffentlichen Ämtern gewinnt dadurch erneut an Bedeutung, zumal Studien wie die von Innenminister Dobrindt thematisiert wurden, die auf strukturelle Probleme hinweisen.
Die Entschuldigung von Dieter Reiter wird nun in der Öffentlichkeit und unter politischen Beobachtern diskutiert, wobei viele auf die Konsequenzen für den Wahlkampf und das Vertrauen in die Stadtpolitik blicken. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit einer sensiblen Sprache in öffentlichen Debatten, um Inklusion und Respekt zu fördern.



