Nach Reiters Wahlniederlage: Sein Nockherberg-Double Gerhard Wittmann spricht über das Ende einer Ära
Reiters Nockherberg-Double spricht nach Wahlniederlage (29.03.2026)

Das Ende einer zwölfjährigen Bühnenpartnerschaft

Die Kommunalwahl in München markierte nicht nur einen politischen Wechsel, sondern beendete auch eine kulturelle Institution. Seit zwölf Jahren verkörperte der Schauspieler Gerhard Wittmann den scheidenden Oberbürgermeister Dieter Reiter im legendären Singspiel am Nockherberg. Mit der Wahlniederlage Reiters gegen den grünen Herausforderer Dominik Krause findet diese besondere Doppelgänger-Beziehung nun ihr voraussichtliches Ende.

Melancholischer Abschied von der Reiter-Rolle

Gerhard Wittmann erfuhr vom Wahlausgang während eines Auftritts in Ingolstadt. "Ich habe sogar noch drei Reiter-Lieder gesungen an diesem Abend", berichtet der Schauspieler der AZ. "Als mir das Ergebnis mitgeteilt wurde, wurde mir bewusst, dass das eigentlich mein letzter Auftritt als Dieter Reiter war. Das hat mich schon melancholisch gemacht." Die Nachricht traf ihn unerwartet, obwohl er erst vor wenigen Wochen bei der Salvatorprobe noch in die Rolle des OB geschlüpft war.

Über die Jahre sei eine besondere Verbindung zur Figur entstanden: "Du wusstest, Ende Dezember beschäftigst du dich wieder ein bisschen mit der Sache, das Buch fürs Singspiel kam – da hat man sich schon gefreut!" Wittmann betont, dass man solche Veränderungen erst einmal verarbeiten müsse. Zuletzt gesprochen habe er mit Dieter Reiter vor der Wahl, danach nicht mehr.

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Neue Projekte warten auf den vielseitigen Schauspieler

Glücklicherweise stellt die Nockherberg-Rolle nur einen Teil von Wittmanns umfangreicher Karriere dar. Der Münchner Schauspieler, bekannt aus Eberhofer-Krimis, steht bereits in neuen Produktionen:

  • In der letzten Münchner "Tatort"-Folge mit Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec (Ausstrahlung Ostermontag im Ersten)
  • In der Komödie "Kalter Weißer Mann" im Bayerischen Hof ab 4. Juni

Wittmann kommentiert seine aktuellen Engagements mit humorvoller Selbstironie: "Jetzt, wo ich am Nockherberg abgewählt wurde", habe er Zeit für andere Projekte. Die Premiere der "Tatort"-Folge "Unvergänglich" besuchte er gemeinsam mit Regisseur Thomas Jauch, wie Fotos dokumentieren.

Ein Stück Münchner Kulturgeschichte geht zu Ende

Das Nockherberg-Singspiel gehört zu den traditionsreichsten Kulturveranstaltungen Münchens, bei der seit Jahrzehnten lokale Politiker satirisch auf die Schippe genommen werden. Gerhard Wittmanns Darstellung Dieter Reiters über zwölf Jahre hinweg schrieb dabei ein eigenes Kapitel. Seine letzte Performance als Reiter-Double fand im Singspiel 2024 statt, wo er den OB als "Bettelmönch" porträtierte.

Mit dem Wechsel im Rathaus endet nun wahrscheinlich auch diese besondere künstlerische Symbiose. Während München politisch eine neue Ära unter Dominik Krause beginnt, schließt sich im kulturellen Bereich ein zwölfjähriges Kapitel, das Schauspieler und Politiker auf ungewöhnliche Weise verband.

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