Uckermark im Doppelgrip von Winterglätte und Influenza-Welle
Obwohl die Temperaturen in der Uckermark allmählich milder werden, bleibt die Situation für viele Berufsgruppen und Einrichtungen weiterhin angespannt. Tauwasser verwandelt über Nacht vereiste Flächen erneut in gefährliche Rutschbahnen, was insbesondere für Zusteller der Post und Heimatzeitung sowie für Mitarbeiter der Müllabfuhr zu erheblichen Herausforderungen führt. Parallel dazu kämpfen die Krankenhäuser der Region mit einem stark erhöhten Aufkommen an Influenza- und anderen infektiösen Virusfällen, was zu verschärften Besucherregeln führt.
Gefährliche Bedingungen für Zusteller und Müllabfuhr
Thomas Hacker, Geschäftsführer der Uckermärkischen Dienstleistungs GmbH (UDG), betont, dass die Fahrer der tonnenschweren Müllfahrzeuge die Situation stets nach eigenem Ermessen und ohne Druck einschätzen. „In einigen Nebenstraßen ist es nach wie vor äußerst gefährlich, nicht nur für die Fahrzeuge, sondern auch für unsere Mitarbeiter, die Abfalltonnen von Hand zu den Fahrzeugen ziehen müssen“, erklärt Hacker. Auf glatten Flächen komme es schnell zu Rutschunfällen.
Ähnliche Probleme berichtet Sven Zietmann, Organisationsleiter bei der Nordkurier Logistik, für die Zeitungszusteller. Beide Verantwortliche appellieren dringend an die Einwohner, für sichere und abgestumpfte Zuwege zu sorgen. Sie bitten um Verständnis, wenn Zustellungen oder Müllentleerungen verzögert erfolgen müssen, um Mitarbeiter nicht unkalkulierbaren Gefahren auszusetzen. In dieser Ausnahmesituation dürfen Kunden der UDG bei überfüllten Tonnen auch Säcke daneben abstellen.
Krankenhäuser verschärfen Maßnahmen gegen Infektionswelle
Neben den winterlichen Gefahren durch Stürze plagt die Krankenhäuser in der Uckermark eine aktuell stark erhöhte Zahl von Influenza- und anderen infektiösen Virusfällen. Das Asklepios-Klinikum Uckermark in Schwedt hat daher die Besucherregeln deutlich verschärft. Gunnar Feil, Pressesprecher der Klinik, teilt mit, dass ab sofort ein vorübergehendes Besuchsverbot für Kinder unter zwölf Jahren gilt. Die Besucheranzahl sollte auf eine Person je Patient reduziert werden, und vor dem Betreten der Station ist eine Handdesinfektion durchzuführen. Personen mit akuten Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Durchfall sollten von einem Besuch Abstand nehmen.
„Die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten hat oberste Priorität. Durch diese kurzfristigen Besuchsbeschränkungen wollen wir Übertragungen minimieren und besonders unsere vulnerablen Patienten schützen“, sagt Torsten Jörres, Klinik-Geschäftsführer.
Am Kreiskrankenhaus in Prenzlau müssen Besucher ab sofort Mundschutz tragen, wie Mike Förster, Geschäftsführer der MSZ, mitteilt. Weitere Einschränkungen seien vorerst nicht geplant. Auch am Sana-Krankenhaus Templin, wo Direktor Florian Schulz einen saisonalen Anstieg an Infektionskrankheiten bestätigt, sollen die bestehenden Besucherregeln bei Beachtung der Hygienemaßnahmen nicht weiter eingeschränkt werden. „Durch ein gutes Hygiene- und Isolierungsmanagement ist die Krankheitswelle gut beherrscht. Dank gezielter Schulungen agieren die Mitarbeitenden sehr umsichtig, sodass es zu keinen Personalengpässen oder Einschränkungen in der Patientenversorgung kommt“, versichert Schulz.
Friedhof mit eingeschränktem Betrieb
Die Kreisstadt Prenzlau hat den Prenzlauer Friedhof seit Dienstag wieder regulär geöffnet, doch die Friedhofsverwaltung mahnt weiterhin zur Vorsicht aufgrund der anhaltenden Glättegefahr. Es wird empfohlen, den Friedhof aktuell nur bei dringender Notwendigkeit zu besuchen. Bis Ende März ist der Städtische Friedhof täglich von 6 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, von März bis Oktober gelten erweiterte Öffnungszeiten bis 21 Uhr.
Insgesamt bleibt die Lage in der Uckermark kritisch, mit einem dringenden Appell an die Bevölkerung, sowohl die winterlichen Gefahren als auch die infektiösen Risiken ernst zu nehmen und durch verantwortungsvolles Handeln zur Entlastung der betroffenen Berufsgruppen und Einrichtungen beizutragen.



