Berliner Stromausfall: Bürgermeister Wegner soll doppelt gelogen haben - Tennis statt Krisenmanagement
Wegner soll bei Berliner Stromausfall doppelt gelogen haben

Berliner Stromausfall: Bürgermeister Wegner soll doppelt gelogen haben

Als Anfang Januar 2026 Tausende Berlinerinnen und Berliner tagelang ohne Strom auskommen mussten, geriet das Krisenmanagement der Stadtverwaltung massiv in die Kritik. Im Zentrum der Vorwürfe steht nun Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der nach Recherchen des »Tagesspiegel« die Öffentlichkeit gleich doppelt getäuscht haben soll.

Tennismatch während der Krise

Bereits bekannt war, dass Wegner zunächst versucht hatte, ein privates Tennismatch zu vertuschen. Obwohl er am Vormittag des 3. Januar tatsächlich Tennis spielte, behauptete er öffentlich, sich in dieser Zeit intensiv mit dem Stromausfall beschäftigt zu haben. Erst später räumte er ein, er habe zwischendurch beim Sport »den Kopf freikriegen« wollen.

Doch damit nicht genug: Neue Dokumente, die nach einem Eilantrag vor dem Berliner Verwaltungsgericht freigegeben wurden, zeigen laut »Tagesspiegel« eine weitere Unstimmigkeit in Wegners Darstellung.

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Falsche Angaben zum Krisenmanagement

Wegner hatte öffentlich erklärt, er habe sich den gesamten Tag in seinem Homeoffice in Kladow eingeschlossen und intensiv koordiniert. Dabei nannte er ausdrücklich Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerium.

Die nun veröffentlichten Unterlagen der Senatskanzlei zeigen jedoch ein anderes Bild: Vor seinem Tennismatch am Mittag habe es solche Kontakte zur Bundesregierung wohl nicht gegeben. Stattdessen bestand Wegners Austausch am Vormittag lediglich aus:

  • Einem kurzen Textnachrichten-Dialog mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD)
  • Kontakten zur eigenen Senatskanzlei
  • Kommunikation mit Teilen des Krisenstabs

Besonders brisant: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hatte am Vormittag versucht, Wegner zu erreichen – ohne Erfolg. Sein Rückruf erfolgte erst gegen 12.45 Uhr, also nach dem Tennismatch.

Größter Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg

Der Stromausfall im Januar 2026 war der größte in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt waren 100.000 Menschen betroffen, im Süden der Stadt herrschte tagelang Ausnahmezustand. Verantwortlich für den Ausfall war ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag, zu dem die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Die Enthüllungen über Wegners Verhalten während der Krise werfen ernste Fragen auf. Kann Berlins Regierender Bürgermeister überhaupt Krisenmanagement? fragen sich nicht nur politische Beobachter, sondern auch verärgerte Bürgerinnen und Bürger, die tagelang im Dunkeln saßen.

Wegners Versuch, seine Tennisauszeit zu vertuschen und sein Krisenengagement zu übertreiben, könnte das Vertrauen in die Stadtregierung nachhaltig beschädigen. In einer Stadt, die bereits mit infrastrukturellen Herausforderungen kämpft, sind transparente Kommunikation und verlässliche Führung in Krisenzeiten essentiell.

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