Wildschwein stürmt Berliner Einkaufszentrum: Polizei treibt Sau durch Köpenick
Von Siegfried Denzel, 15. März 2026, 18:21 Uhr
Wenn in einem Geschäft von "wilder Sau" die Rede ist, denken die meisten an aufgebrachte oder alkoholisierte Kunden. In Berlin-Köpenick wurde dieser Ausdruck am Donnerstag jedoch ganz wörtlich genommen: Ein ausgewachsenes Wildschwein brach in ein Einkaufscenter ein und sorgte für chaotische Szenen.
Lauter Rumms und gläserner Scherbenhagel
Laut Polizeibericht durchbrach das Tier zunächst mit einem lauten Krachen die verglaste Haupteingangstür des Centers. Anschließend spazierte es durch die automatische Schiebetür einer Tedi-Filiale und begann, zwischen den Regalen umherzustreifen. Die ungewöhnliche Invasion löste sofortige Sicherheitsmaßnahmen aus.
Was folgte, war nicht nur die vollständige Evakuierung aller 30 Geschäfte in dem Einkaufszentrum, sondern auch der Einsatz spezieller Kräfte. Berlins Stadtjäger und eine Tierärztin rückten mit Blasrohr und Narkosegewehr an, um das Tier zu betäuben. Doch in dem verwinkelten Tedi-Markt verfehlten alle Betäubungspfeile ihr Ziel und landeten stattdessen in der Ware.
Kreative Polizeilösung mit Europaletten
Angesichts der missglückten Betäubungsversuche und des zunehmend panischen Tieres zeigten sich die Polizeibeamten erfinderisch. Sie bauten einen improvisierten Fluchttunnel aus mehreren Europaletten und trieben das Wildschwein mit Hilfe von Schildern behutsam aus dem Laden. Die Aktion gelang schließlich, und das Tier konnte in den benachbarten Volkspark Köpenick geleitet werden.
Der Vorfall hinterließ nicht nur eine beschädigte Eingangstür und aufgewühlte Geschäftsleute, sondern auch eine bemerkenswerte Erkenntnis: Selbst in einer Metropole wie Berlin kann es vorkommen, dass die Polizei buchstäblich "die Sau durchs Dorf treiben" muss. Die Beamten zeigten sich nach dem Einsatz erleichtert, dass niemand verletzt wurde und das Tier unversehrt in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehren konnte.



