Wer einen VW-Käfer von vorn sieht, muss unweigerlich lächeln. So geht es zumindest Katja Christiansen, die beim Anblick des runden Gesichts mit den großen Scheinwerferaugen sofort gute Laune bekommt. „Alte BMWs gucken böse, aber ein Käfer, der strahlt“, sagt sie und lädt alle nach Gut Schwechow ein, die Lust auf ein Käfer-Krabbel-Vergnügen haben.
57 Kult-Fahrzeuge aus ganz Europa
Bei der Obstbrennerei südwestlich von Hagenow treffen am Samstag, 16. Mai, gleich 57 Kult-Fahrzeuge aus Deutschland, Luxemburg und Belgien ein. Darunter sind Uralt-Käfer bis Baujahr 1957 und VW-Bullis, die bis 1967 vom Band liefen. Anlass ist das Frühjahrstreffen der Brezelfenstervereinigung, zu der Katja Christiansen gehört.
Was ist die Brezelfenstervereinigung?
Der lustige Vereinsname ist ganz einfach erklärt: Die ersten VW-Käfer werden als Brezelkäfer bezeichnet. Ihr Heckfenster ist schön geteilt und erinnert an eine Brezel. Der Käfer gilt als Teil des Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik. Ebenso wie der VW-Transporter. Millionen Fahrzeuge wurden gebaut. Gegründet wurde die Brezelkäfervereinigung 1975, um das rollende Erbe des deutschen Wirtschaftswunders zu erhalten.
„Heute zählt unser Verein ‚Brezelfenstervereinigung - Freunde der Uraltkäfer Deutschlands‛ über 800 Mitglieder weltweit“, sagt Katja Christiansen. „Unser Ziel ist es, die historischen Volkswagenmodelle wie Käfer, Busse, Kübel-/Schwimmwagen und Sonderkarosserien so originalgetreu wie möglich zu bewahren – in ihren alten Farben und Formen.“
Treffen der Uraltkäfer-Freunde
Zweimal im Jahr treffen sich die Brezelkäfer-Freunde. „Das jetzige Frühjahrstreffen ist das 99. Treffen und findet in Norddeutschland statt“, so Katja Christiansen. „In Buchholz bei Lauenburg. Von dort aus fahren wir am Samstag nach Gut Schwechow, wo wir gegen 12.30 Uhr eintreffen.“
Zu sehen sein werden neben Käfern auch kultige VW-Bullis T1 und die schwimmfähige Variante des VW Kübelwagens. „Wir stehen mit unseren Fahrzeugen vor dem Turm auf Gut Schwechow, dort, wo sonst Flohmarkt ist“, sagt Käfer-Freundin Katja Christiansen. „Bis etwa 16 Uhr sind wir da, zeigen unsere Raritäten und nehmen uns Zeit für Gespräche.“
Käfer als Rarität und Filmstar
Es gibt reichlich zu erzählen. Auch viele „Ossis“, die nicht mit dem Käfer aufgewachsen sind, kennen ihn durch eine Filmrolle. Als Rennwagen „Herbie“ mit der Nummer 53 und dem ganz eigenen Kopf eroberte er die Kinoleinwand. In einigen Ländern, wie Mexiko, wurde der Käfer bis zum Jahr 2003 produziert, also weit länger als in Europa. Auch mehr als 20 Jahre später ist das Auto aus mexikanischen Dörfern nicht wegzudenken.
Hierzulande ist es heute schwer, noch einen lächelnden Blechkäfer zu ergattern. „Man muss schnell sein, wenn irgendwo jemand ein Auto anbietet. Wir haben unseren aus Schweden geholt“, erzählt Katja Christiansen. Früher standen Käfer noch in alten Scheunen, warteten auf jemanden mit Zeit, Lust und handwerklichem Geschick. Heute sind sie kaum noch zu finden. Der Uralt-Käfer ist zur echten Rarität geworden. Wer trotzdem gleich ein paar Handvoll davon auf einmal sehen möchte, hat am Samstag auf Gut Schwechow bei Redefin die Gelegenheit dazu.
Termin und Ort
Das Treffen findet am 16. Mai von 12.30 bis 16 Uhr auf Gut Schwechow, Am Park 5, 19230 Pritzier (OT Schwechow) statt. Der Eintritt ist frei.



