Bauverzögerung Peene-Brücke: Staus bis 2029 auf Usedom
Bauverzögerung Peene-Brücke: Staus bis 2029

Bauverzögerung Peene-Brücke: Urlaubsland MV abgehängt

Das lange Mai-Wochenende läuft – beginnt aber mit Staus. Besonders Touristen, die auf eine der beliebtesten Inseln wollen, müssen Zeit und Nerven im Gepäck haben. Ursprünglich sollte die Ortsumgehung Wolgast im April 2027 fertig sein. Doch jetzt kommt alles anders.

Neuer Zeitplan: Ende 2029 statt April 2027

Die ernüchternden Zahlen gab es vor wenigen Tagen von der zuständigen Straßenbaubehörde Neustrelitz. Nach aktuellem Stand könne die Ortsumgehung Wolgast erst Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden. Zu Beginn der Planungen für das aufwändige Brückenbauwerk sei ein früherer Fertigstellungstermin avisiert worden, räumte das Amt ein.

Gründe für die Verzögerung sind unter anderem ein schwieriger Baugrund, ein verlängertes Vergabeverfahren aufgrund einer Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock sowie Anpassungen im Bauablauf zugunsten stabiler, weniger störanfälliger und kostenbeständiger Bauverfahren, machte das Straßenbauamt deutlich.

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FDP fordert schnellere Genehmigungen

Angaben, die nicht nur bei Autofahrern und Urlaubern jede Menge Frust und die nicht rosige Aussicht auf weitere Jahre mit langen Staus ausgelöst haben, auch in Teilen der Politik ist der Ärger aufgrund der massiven Verzögerung groß. „Die Ortsumgehung Wolgast und die anschließende Peenebrücke ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Region und für ganz Mecklenburg-Vorpommern. Die jahrelange Verzögerung ist ein deutliches Signal: Ohne effiziente Planungs- und Genehmigungsverfahren bleibt Mecklenburg-Vorpommern abgehängt. Wer moderne Infrastruktur will, muss den Staat konsequent modernisieren und Verfahren beschleunigen“, betont beispielsweise Oppositionspolitiker David Wulff.

Der Sprecher der FDP im Landtag Mecklenburg-Vorpommern fordert, aus den aktuellen Problemen konkrete Konsequenzen zu ziehen. Dazu hat die FDP-Gruppe einen Antrag erarbeitet, der nächste Woche im Landtag eingebracht wird und ein Verkehrsbeschleunigungsgesetz für Mecklenburg-Vorpommern vorsieht – mit einem klaren Rahmen für Planfeststellung und Plangenehmigung. „Wir brauchen eine umfassende Reform der Planungs- und Genehmigungsprozesse im Land. Nur mit klaren Zuständigkeiten, digitalisierten Abläufen und verbindlichen Fristen können solche Projekte künftig schneller und kostensicher umgesetzt werden“, so der FDP-Politiker.

Explodierende Baukosten

Mecklenburg-Vorpommern dürfe bei der Infrastruktur nicht weiter ins Hintertreffen geraten. Die Landesregierung sei gefordert, jetzt die Weichen für eine moderne, leistungsfähige Verwaltung zu stellen, damit zentrale Projekte wie die Peenebrücke zügig realisiert werden könnten, sagte Wulff.

Zusätzliches Ärgernis sind auch die explodierten Baukosten. Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt laut Straßenbauamt 421 Millionen Euro. Die Kosten für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast liegen damit bei etwa 500 Millionen Euro. Zur Erinnerung: Ursprünglich waren einmal 138 Millionen Euro angesetzt.

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