Brandenburg will Versorgungslücken mit vollautomatisierten Mini-Märkten schließen
Die Brandenburger Landesregierung hat einen wichtigen Schritt zur Sicherung der Nahversorgung in ländlichen Regionen unternommen. Das Kabinett aus SPD und CDU hat eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes beschlossen, die den Betrieb von vollautomatisierten Mini-Supermärkten ohne Personal ermöglichen soll. Diese sogenannten Smart Stores könnten insbesondere in Dörfern entstehen, wo klassische Supermärkte zunehmend verschwinden.
Rechtliche Grundlagen für 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen
Der Landtag hatte die Regierung bereits im vergangenen Jahr aufgefordert, bis Ende März 2026 eine entsprechende Gesetzesvorlage zu erarbeiten. Ziel ist es, dass diese Mini-Supermärkte an sieben Tagen pro Woche bis zu 24 Stunden geöffnet sein können. Bislang erlaubt das Brandenburger Ladenöffnungsgesetz zwar rund um die Uhr geöffnete Verkaufsstellen von Montag bis Samstag, jedoch sind nur sechs Sonn- oder Feiertage pro Jahr für besondere Anlässe freigegeben.
Sozialminister René Wilke (SPD) betonte die Bedeutung dieser Initiative: „Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, dass Menschen Waren des täglichen Bedarfs auch zukünftig wohnortnah einkaufen können.“ Wo traditionelle Supermärkte unter wirtschaftlichem Druck stünden, könnten Smart Stores einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung leisten und gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land stärken.
Andere Bundesländer als Vorbild für automatisierte Verkaufsstellen
Brandenburg folgt mit diesem Vorhaben dem Beispiel anderer Bundesländer, die bereits spezielle Regelungen für vollautomatisierte Verkaufsstellen ohne Personal eingeführt haben. Die geplante Gesetzesänderung muss nun noch vom Landtag beraten und beschlossen werden. Die Initiative hatte bereits im Vorfeld breite Unterstützung gefunden – sowohl von der regierenden SPD/BSW-Koalition als auch von der CDU-Opposition.
Die vollautomatisierten Mini-Supermärkte sollen nicht nur die Versorgungslücken in entlegenen Regionen schließen, sondern auch flexible Einkaufsmöglichkeiten bieten. Für viele Bewohner ländlicher Gebiete bedeutet dies eine erhebliche Verbesserung ihrer Alltagsorganisation, da lange Wege zum nächsten Supermarkt entfallen könnten.
Die Diskussion um Smart Stores reflektiert die größere Herausforderung, wie ländliche Regionen in Zeiten des demografischen Wandels und struktureller Veränderungen lebenswert bleiben können. Brandenburg setzt mit dieser Initiative ein deutliches Zeichen für innovative Lösungen in der Daseinsvorsorge.



