Länder rüsten sich für die Saison der Eichenprozessionsspinner
Berlin und Potsdam bereiten sich intensiv auf die bevorstehende Saison des Eichenprozessionsspinners vor. Die feinen Brennhaare der Raupen können leicht brechen und durch den Wind über weite Distanzen verbreitet werden, was erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung mit sich bringt.
Gefährliche Raupen mit weitreichenden Folgen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Ausbreitung in Deutschland durch den fortschreitenden Klimawandel deutlich begünstigt wird. Während der Falter selbst für Mensch und Tier harmlos ist, stellen seine Raupen eine ernste Bedrohung dar. Ihre charakteristischen Nester erreichen oft die Größe eines Fußballs und sind in Eichen zu finden.
Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen Millionen winziger Brennhaare, die bei Kontakt Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen können. Diese mikroskopisch kleinen Härchen brechen leicht ab und werden durch Luftbewegungen verbreitet. Die Hauptgefahr besteht zwischen Mitte Mai und Juni, wobei die höchste Gesundheitsbelastung typischerweise im Frühsommer auftritt.
Brandenburg erwartet verstärkten Befall
Ein Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums erklärte: „Aktuell befinden sich die Populationen wieder in der frühen Phase des Aufbaus.“ Für dieses Jahr müsse mit einem deutlichen Anstieg der Populationen sowie mit großflächigem Kahlfraß an Eichen gerechnet werden.
Im vergangenen Jahr hatte sich die Befallssituation in Brandenburg im Vergleich zu vorherigen Jahren deutlich verschärft. Besonders betroffen waren die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark und die Uckermark. Die Prignitz bleibt dabei der regionale Schwerpunkt, während auch im Spreewald lokal auffällige Vorkommen registriert wurden.
Abgestimmte Maßnahmen und Arbeitsgruppe
Bereits im November haben sich die zuständigen Ressorts, Kommunen und Landkreise auf zentrale Bekämpfungsmaßnahmen verständigt. Es wurde eine spezielle Arbeitsgruppe zum Eichenprozessionsspinner eingerichtet, deren Abstimmungsprozesse gegenwärtig laufen.
Für mögliche Biozid-Einsätze ist erneut das biologische Präparat Foray ES vorgesehen. Dieses wirkt ausschließlich auf die an Eichenblättern fressenden Raupen und gilt für Menschen, Tiere sowie andere Pflanzen als unbedenklich.
Berlin setzt auf mechanische Bekämpfung
In der Hauptstadt geht man derzeit davon aus, dass sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren nicht maßgeblich verändern wird. Ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt betonte: „Gegenwärtig gibt es keine Hinweise auf eine wesentliche Veränderung des Auftretens.“
Zur Bekämpfung sind vor allem mechanische Maßnahmen geplant, darunter das Absaugen der Nester und umfangreiche Aufklärungskampagnen. Stark befallene und viel frequentierte Stellen können temporär abgesperrt werden. Einzelne Bezirke prüfen zudem vorbeugende Behandlungen in Bereichen mit starkem Eichenbestand und erhöhtem Befallsrisiko.
Der genaue Start der Saison in Berlin lässt sich derzeit noch nicht sicher vorhersagen. Der Eichenprozessionsspinner befindet sich momentan noch im Stadium des Eigeleges. Bei beständigem Frühlingswetter könnten die Larven jedoch um die Ostertage schlüpfen und ihre gefährliche Entwicklung beginnen.



