Brandenburgs Förderung als Wirtschaftsmotor: Von Milchbetrieben bis KI-Firmen profitieren
In Potsdam präsentierten der Vorstandsvorsitzende der Brandenburger Investitionsbank (ILB), Ulrich Scheppan, und Finanzminister Robert Crumbach (parteilos) am Montag eine beeindruckende Bilanz. 4.400 Förderzusagen mündeten in Investitionen von 2,7 Milliarden Euro und schufen rund 3.000 neue Arbeitsplätze im Land Brandenburg. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Förderpolitik für die regionale Wirtschaftsentwicklung.
Ausweitung der Strukturwandel-Förderung
Ein besonderer Schwerpunkt im vergangenen Jahr war die Erweiterung des „Just Transition Funds“ (JTF) auf die Uckermark. Dieser Fonds unterstützt Regionen im Strukturwandel mit etwa zehn Millionen Euro. „Im laufenden Jahr rechnen wir mit noch deutlich mehr JTF-Anträgen aus der Uckermark“, erklärte Scheppan optimistisch. Zu den Begünstigten zählte beispielsweise die Angermünder Hemme Milch GmbH, die rund 276.000 Euro für die Automatisierung der Milchverpackung und die Verbesserung der Produktsicherheit erhielt.
Forschung und Innovation im Fokus
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – geprägt von konjunkturellen Schwächen, geopolitischen Spannungen und hohen Energiepreisen – betonten beide Vertreter die Bedeutung von Investitionen in Wissenschaft und Forschung. „Wer heute in Wissenschaft und Forschung investiert, sichert morgen Wohlstand und Lebensqualität“, so Finanzminister Crumbach. Die ILB setzte hier konkrete Akzente:
- Die Potsdamer Sensmore GmbH erhielt 2,8 Millionen Euro für die Entwicklung einer KI-gestützten Software zur Automatisierung schwerer Baumaschinen, die bereits in Steinbrüchen in Rüdersdorf eingesetzt wird.
- Die Deep Safety GmbH wurde mit 2,9 Millionen Euro unterstützt, um durch Laser-, KI- und Kameratechnik die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern zu verbessern.
- Ein neues Verbundlabor an der Eberswalder Hochschule für Nachhaltige Entwicklung profitiert ebenfalls von der Forschungsförderung.
Wohnungsbau und Infrastruktur als Zukunftsthemen
Für das Jahr 2026 kündigte die ILB zwei zentrale Schwerpunkte an: die Nutzung des 1,5 Milliarden Euro schweren Infrastrukturpakets des Bundes und die Intensivierung der Wohnraumförderung. Bereits im vergangenen Jahr wurden über 1.700 neue Wohnungen gefördert und rund 250 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau investiert. „Zusammen mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung wollen wir die Wohnraumförderung im kommenden Jahr ausbauen“, betonte Scheppan.
Vorsichtiger Optimismus trotz Herausforderungen
Finanzminister Crumbach, der bald das Amt des Infrastrukturministers übernehmen wird, äußerte sich zurückhaltend zu seinen künftigen Aufgaben, zeigte sich aber zuversichtlich: „Ich bin zuversichtlich, dass wir aus der Wirtschaftskrise herauskommen und in einen vorsichtigen, und noch sehr zu pflegenden Aufschwung kommen.“ Er betonte die Notwendigkeit, mehr Investitionen zu ermöglichen und die Förderbürokratie zu vereinfachen, um antizyklisch gegen die Krise zu arbeiten. Die Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Standorts Brandenburg sieht er durch die lebendige Hochschul- und Forschungslandschaft gestärkt.



