Grüne Woche: Brandenburgs Prestige-Messe kostet weiter Millionen - Kritik an steigenden Ausgaben
Grüne Woche: Brandenburgs Messe kostet Millionen - Kritik an Kosten

Brandenburgs Grüne Woche: Erfolgreich, aber mit hohem Preis

Für die Brandenburger Agrar- und Ernährungswirtschaft markiert die Internationale Grüne Woche in Berlin stets den Höhepunkt des Jahresbeginns. Die sogenannte Brandenburg-Halle in der Messehalle 21b unter dem Berliner Funkturm zieht Jahr für Jahr hunderttausende Besucher an und bietet Ausstellern eine einzigartige Plattform. Neue Produkte werden präsentiert, wertvolle Kundenkontakte geknüpft und für viele Unternehmen stellt die Messe die optimale Gelegenheit dar, Fuß im Hauptstadtmarkt zu fassen.

Konstant hohe Kosten trotz wachsender Beteiligung

Doch dieser prestigeträchtige Auftritt ist keineswegs kostenfrei. Der BSW-Landwirtschaftsexperte Gunnar Lehmann hat sich in einer Kleinen Anfrage beim Potsdamer Landwirtschaftsministerium nach den genauen Ausgaben erkundigt. Die nun vorliegenden Zahlen zeigen: Während das Land Brandenburg im Jahr 2023 noch 2,2 Millionen Euro für die Brandenburg-Halle aufwendete, beliefen sich die Kosten 2025 auf etwa zwei Millionen Euro. Für die Abrechnung des Jahres 2026 liegen laut Ministerium noch keine finalen Zahlen vor, jedoch prognostiziert die Behörde für 2027 und 2028 eine weitere Kostensteigerung auf 2,2 beziehungsweise 2,3 Millionen Euro.

Interessanterweise ist parallel zu diesen Ausgaben die Anzahl der Aussteller kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2023 waren noch 52 Hauptaussteller sowie circa 200 Unteraussteller an 22 Gemeinschaftsständen vertreten. In diesem Jahr präsentierten sich bereits 71 Aussteller und etwa 290 Unteraussteller an 27 Gemeinschaftsständen. Diese beteiligten sich mit insgesamt 315.000 Euro an den Hallenkosten.

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Brandenburg-Abend: Explodierende Kosten und neue Gebühren

Besonders deutlich zeigt sich die Kostenentwicklung beim traditionellen Brandenburg-Abend, zu dem das Ministerium regelmäßig Aussteller, Unternehmer, Abgeordnete, Medienvertreter und Verbandsvertreter einlädt. Während diese Veranstaltung im Jahr 2023 noch mit 33.000 Euro zu Buche schlug, stiegen die Ausgaben 2025 bereits auf 48.000 Euro – und das, obwohl die Gäste in diesem Jahr ihre Getränke weitgehend selbst bezahlen mussten.

Im aktuellen Jahr wurde erstmals eine Eintrittsgebühr eingeführt: Jeder geladene Gast musste eine Pauschale von 30 Euro an die beauftragte Veranstaltungsagentur überweisen. Ob diese Maßnahme tatsächlich zu Entlastungen im Landeshaushalt führte, bleibt unklar, da die genauen Kosten der Veranstaltung 2026 laut Ministeriumsangaben noch nicht feststehen.

Politische Kritik und Forderungen nach Sparsamkeit

Der BSW-Abgeordnete Gunnar Lehmann forderte die Landesregierung am Montag dennoch eindringlich zu mehr Sparsamkeit auf. „Die neue Koalition hat bereits angekündigt, dass das Land in Zukunft den Gürtel enger schnallen müsse“, erklärte Lehmann. „Wo offensichtlich nicht gespart wird, sind die eigenen Prestige-Projekte wie das Wasserschloss Großkmehlen, die Rennbahn Hoppegarten und Marketing-Veranstaltungen wie die Grüne Woche – alles finanziert aus dem knappen Budget des Landwirtschaftsministeriums.“

Lehmann kritisierte insbesondere die konstant hohen Ausgaben für die Grüne Woche, die regelmäßig die Zwei-Millionen-Euro-Marke überschreiten. „Insbesondere die Kostenexplosion beim sogenannten Brandenburg-Abend, dem feucht-fröhlichen Beisammensein der brandenburgischen Landespolitik ist fragwürdig“, so der Abgeordnete. „Solche Ausgaben gehören auf den Prüfstand!“

Die Diskussion um die Finanzierung der Grünen Woche verdeutlicht somit die Spannung zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und haushalterischer Verantwortung. Während die Messe für Brandenburgs Agrarwirtschaft unbestritten einen hohen Stellenwert besitzt, wachsen die Zweifel an der Angemessenheit der finanziellen Aufwendungen.

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