Jugendherbergen in Berlin und Brandenburg verzeichnen deutlichen Rückgang bei Übernachtungen
Die Jugendherbergen in den Bundesländern Berlin und Brandenburg haben im vergangenen Jahr einen spürbaren Rückgang bei den Übernachtungszahlen zu verzeichnen gehabt. Nach aktuellen Angaben des Deutschen Jugendherbergswerks sank die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2025 um genau 4 Prozent auf insgesamt 320.000 Übernachtungen. Im Vorjahr waren es noch 334.000 Übernachtungen gewesen, wie Marcus Hirschberg, Sprecher des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Deutschen Jugendherbergswerks, mitteilte.
Stabile Zahlen bei Schulklassen, Rückgang bei Familien
Interessant ist die differenzierte Betrachtung der verschiedenen Zielgruppen. Bei Schulklassen, der mit Abstand wichtigsten Zielgruppe für Jugendherbergen, blieben die Übernachtungszahlen vollkommen stabil. Ganz anders sieht es hingegen bei Familien und Gruppenfahrten aus: Hier gingen die Buchungen im vergangenen Jahr spürbar zurück. Marcus Hirschberg nannte als Hauptgrund für diesen Rückgang die geringeren finanziellen Möglichkeiten vieler Familien, die sich in der aktuellen wirtschaftlichen Situation verstärkt bemerkbar machen.
Die Jugendherbergen haben bereits auf diese Entwicklung reagiert und bieten vermehrt saisonale Rabattaktionen an, um Familien wieder stärker anzusprechen. Dennoch liegen Familien bei den Belegungen aktuell nur noch auf Platz zwei hinter den Schulklassen.
Bundesweiter Trend bestätigt sich auch regional
Der Rückgang in Berlin und Brandenburg spiegelt einen bundesweiten Trend wider. In den 14 eigenständigen Landesverbänden des Deutschen Jugendherbergswerks wurden insgesamt 8,8 Millionen Übernachtungen gezählt – das entspricht einem Rückgang von etwa 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch auf Bundesebene zeigt sich das gleiche Muster: Im Bereich der Schul- und Klassenfahrten blieben die Zahlen mit 3,7 Millionen Übernachtungen stabil. Mit einem Anteil von 42 Prozent stellen Schulklassen damit die mit Abstand größte Gästegruppe in deutschen Jugendherbergen dar. An zweiter Stelle folgen Familien mit 20 Prozent Anteil, gefolgt von Wander- und Freizeitgruppen mit 15 Prozent.
Die regionalen Unterschiede sind dabei durchaus bemerkenswert. Während der bundesweite Rückgang bei 2,8 Prozent liegt, fällt er in Berlin und Brandenburg mit 4 Prozent deutlich stärker aus. Dies unterstreicht die besonderen Herausforderungen, vor denen die Jugendherbergen in diesen beiden Bundesländern stehen.



