Fernreise-Chaos: Wie eine Traumreise nach Sansibar zum Albtraum wurde
Weiße Strände, türkisblaues Wasser und Palmen – das versprach die erste Fernreise von TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal nach Sansibar. Doch statt Erholung erlebte sie ein Reisedesaster, das schon vor dem Abflug begann und erst Jahre später halbwegs geklärt war.
Flugausfall als Start in das Reisechaos
Wochenlang hatten sich Katharina Regenthal und ihr jetziger Ehemann auf zwölf Tage Auszeit im Paradies gefreut. Die Pläne umfassten eine günstige Unterkunft direkt am Meer, verschiedene Ausflüge und sogar eine Mini-Safari in Tansania. Doch noch bevor die Reise richtig begann, traf die erste Hiobsbotschaft per SMS ein: Der Flug von Berlin nach Frankfurt wurde gestrichen, während das Paar bereits auf dem Weg zum Flughafen war.
Der Anruf bei der Airline-Hotline brachte die ernüchternde Auskunft: An diesem Tag gab es keinen Ersatzflug mehr nach Frankfurt. Der nächste mögliche Flug wäre erst zwei Tage später gewesen. Ein Servicemitarbeiter bot an, auch den Rückflug entsprechend zu verschieben – angeblich würden sie „fast nichts verlieren“, abgesehen von zwei bereits gebuchten Übernachtungen. Mit gepackten Koffern kehrten sie nach Hause zurück.
Buchungsprobleme und stundenlanges Telefonieren
Am nächsten Tag folgte die nächste Überraschung: Ein Mitarbeiter der Airline gestand einen Fehler ein. Er habe die Rückflüge gar nicht umbuchen dürfen, da diese bei einer anderen Airline gebucht waren. Regenthal solle bei der anderen Airline anrufen und die neuen Flüge „freigeben“ lassen.
Was folgte, war ein stundenlanges Hin und Her zwischen beiden Airlines. Immer wieder sprach Regenthal mit verschiedenen Mitarbeitern und erkannte das eigentliche Problem: Die Buchung war über ein Portal erfolgt, das günstige Flüge verschiedener Airlines kombinierte. Vom Portal selbst erhielt sie kaum Hilfe – man verwies sie stets darauf, sich selbst darum zu kümmern. Am Ende nahmen sie ihre ursprünglichen Rückflüge wieder an.
Neue Probleme am Abreisetag
Am Tag des neuen Abflugs kam die nächste schlechte Nachricht: Der Rückflug über Istanbul nach Berlin existierte im Buchungssystem offenbar nicht. Sie waren als Passagiere nicht registriert. Auch hier konnte das Flugbuchungsportal keine Auskunft geben.
Am Frankfurter Flughafen wartete dann das nächste Hindernis: An der Sicherheitskontrolle für Fernflüge standen etwa 150 Menschen an, die angekündigte „Fast Lane“ für Passagiere mit Last Call war geschlossen. Nur eine Kontrolle war geöffnet. In ihrer Verzweiflung baten Regenthal und ihr Mann jeden einzelnen vor ihnen, sie durchzulassen – mit Erfolg. Sie erreichten gerade noch rechtzeitig ihren Flieger.
Kreditkartenpannen vor Ort
Auf Sansibar angekommen, endete die Pechsträhne nicht. Regenthal hatte nur etwas Bargeld gewechselt und sich auf die Kreditkarte ihres Mannes verlassen. Doch als sie einen Ausflug buchen wollten, funktionierte die Karte plötzlich nicht. Später streikte sie erneut in einem Restaurant. Ihr restliches Bargeld reichte nicht einmal für ein Taxi zurück zum Hotel. Erst am Geldautomaten des Hotels funktionierte die Karte wieder.
Rückflug auf eigene Kosten
Am letzten Urlaubstag erhielt Regenthal die endgültige Bestätigung: Der Flug von Istanbul nach Berlin war bereits kurz nach der Buchung storniert worden – ohne dass sie oder ihr Mann informiert worden wären. Weder Airline noch Flugbuchungsportal hatten Bescheid gegeben.
Die Hotline verwies sie an ihr Reisebüro, obwohl sie direkt über das Portal gebucht hatte. Um nach Hause zu kommen, mussten sie einen neuen Flug auf eigene Kosten buchen. Dieses Geld erhielten sie nie zurück. Der Gang durch die Passkontrolle in Berlin war einer der wenigen schönen Momente dieser Reise.
Jahrelanger Rechtsstreit um Entschädigung
Der Streit um Entschädigung zog sich über mehrere Jahre hin. Über ein Online-Portal für Flugentschädigungen ging der Fall sogar vor Gericht. Für den gestrichenen Flug nach Frankfurt erhielt Regenthal am Ende wenigstens eine teilweise Entschädigung. Für den selbst bezahlten Flug ab Istanbul gab es jedoch keine Rückerstattung.
Diese Erfahrung zeigt deutlich, welche Fallstricke bei Fernreisen lauern können – besonders wenn verschiedene Airlines über Buchungsportale kombiniert werden. Reisende sollten sich bewusst sein, dass vermeintliche Schnäppchen oft mit erhöhtem Risiko verbunden sind und im Ernstfall kaum Unterstützung vom Buchungsportal zu erwarten ist.



