Frühlingserwachen: Kröten wandern in Brandenburg zu ihren Laichgewässern
Mit den ersten warmen Frühlingstagen beginnt in Brandenburg die jährliche Wanderung der Kröten und anderen Amphibien. Die Tiere verlassen ihre Winterquartiere und machen sich auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Besonders im Landkreis Teltow-Fläming wurden bereits erste Kammmolche und Knoblauchkröten an speziellen Schutzvorrichtungen gesichtet, wie das brandenburgische Umweltministerium mitteilte.
Gefährliche Straßenüberquerungen fordern Rücksicht von Autofahrern
Der Weg der Amphibien führt häufig über stark befahrene Straßen, was für die Tiere lebensgefährlich ist. Das Umweltministerium und Naturschutzverbände appellieren daher an alle Verkehrsteilnehmer, in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf die wandernden Kröten zu nehmen. Viele Tiere werden jedes Jahr bei der Überquerung von Fahrbahnen überfahren, was die ohnehin gefährdeten Populationen zusätzlich belastet.
Ehrenamtliche Helfer sind dringend gesucht
Der Naturschutzbund (Nabu) und andere Organisationen suchen aktuell verstärkt nach freiwilligen Helfern, die beim Amphibienschutz mitwirken möchten. Interessierte können über spezielle Internetseiten einsehen, wo im Land Krötenzäune errichtet wurden und welche lokalen Gruppen Unterstützung benötigen. Die ehrenamtlichen Helfer sammeln die Tiere mit speziellen Eimern ein und tragen sie sicher über die Straße.
„Die praktische Hilfe ist schnell erlernt“, erklärt ein Nabu-Sprecher. „Wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen unterscheidet oder Bergmolche von Teichmolchen – all das zeigen erfahrene Helfer vor Ort.“ Für viele Ehrenamtliche wird diese Tätigkeit zu einem regelmäßigen Frühjahrsritual, das nicht nur den Amphibien hilft, sondern auch Naturverbundenheit fördert.
Trockener Winter verschärft die Situation für Amphibien
Die bereits schwierige Situation für Brandenburgs Kröten wird durch den außergewöhnlich trockenen Winter zusätzlich verschärft. Viele Laichgewässer befinden sich laut Umweltministerium in keinem günstigen Zustand. Zahlreiche Gewässer sind bereits trockengefallen oder trocknen für eine erfolgreiche Fortpflanzung der Amphibien zu früh aus. Dies bedroht den Fortbestand verschiedener Arten, die auf intakte Laichgewässer angewiesen sind.
Die Kombination aus Straßengefährdung und ungünstigen Laichbedingungen macht den Amphibienschutz in diesem Jahr besonders wichtig. Ehrenamtliche Helfer leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Brandenburgs Naturlandschaften.



