Landratswahl in Spree-Neiße: AfD überraschend vorn – Stichwahl gegen CDU entscheidet
Landratswahl Spree-Neiße: AfD vorn, Stichwahl gegen CDU

Politisches Erdbeben in Brandenburg: AfD bei Landratswahl überraschend vorn

Im südbrandenburgischen Spree-Neiße-Kreis hat die Landratswahl für einen politischen Paukenschlag gesorgt. Nach der Auszählung aller 208 Wahlbezirke liegt die AfD-Bewerberin Christine Beyer mit 42,41 Prozent der Stimmen deutlich vorne. Der CDU-Kandidat Martin Heusler erreichte 30,52 Prozent und muss sich nun in einer Stichwahl am 22. März beweisen.

Stichwahl entscheidet über Landratsposten

Damit verfehlt die AfD erneut ihr Ziel, einen Landratsposten in Brandenburg zu erobern. In der entscheidenden Stichwahl dürfte ein Großteil der Wähler, die in der ersten Runde für die Bewerber von SPD und „Die Partei“ gestimmt haben, den CDU-Kandidaten unterstützen. Der SPD-Bewerber Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz und Sinnbild für den Strukturwandel in der Region, kam gerade einmal auf 20,44 Prozent der Stimmen.

AfD in einzelnen Kommunen mit deutlichem Vorsprung

Die AfD-Kandidatin erzielte in einzelnen Kommunen einen beeindruckenden Vorsprung. In Tschernitz, wo im vergangenen Jahr ein großes Glaswerk Insolvenz anmeldete, kam Beyer auf 64 Prozent der Stimmen. In Neiße-Malxetal erreichte sie 63,5 Prozent. Hingegen lag in der Gemeinde Kolkwitz der CDU-Bewerber mit 48 Prozent der Stimmen deutlich vor der AfD-Kandidatin, die dort nur 30 Prozent errang.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ministerpräsident Woidkes Heimatkreis wählt AfD

Der Spree-Neiße-Kreis ist auch der Heimatlandkreis von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Doch selbst in der Nachbarschaft des Landesvaters, der erst in dieser Woche den Koalitionsvertrag mit CDU-Landeschef Jan Redmann vorgestellt hatte, wählten mehr als ein Drittel der Bürger AfD. In Woidkes Wahllokal in Forst-Naundorf stimmten 31 Einwohner für die AfD-Bewerberin, 30 für den SPD-Kandidaten, 22 für den CDU-Bewerber und vier für den Satiriker von „Die Partei“.

SPD enttäuscht bei Kommunalwahlen

Der Brandenburger SPD gelang es insgesamt nicht, an diesem Wahlabend zu punkten. In Erkner unterlag die SPD-Bewerberin für das Amt der Bürgermeisterin in der Stichwahl knapp dem parteilosen Amtsinhaber. In Beelitz siegte der parteilose Bürgermeister Bernhard Knuth gegen einen FDP-Bewerber, während in Guben Bürgermeister Fred Mahro (CDU) gegen einen Einzelbewerber und in Forst Bürgermeisterin Simone Taubeneck (parteilos) gegen einen AfD-Kandidaten gewann.

In diesen drei Städten hatten die Sozialdemokraten, die noch im vergangenen Jahr auf einem Landesparteitag beschlossen hatten, bei Kommunalwahlen künftig flächendeckend mit eigenen Kandidaten antreten zu wollen, schon von vornherein auf eigene Bewerber verzichtet. Der Kandidat Robert Hanschke von der Satirepartei „Die Partei“ errang bei der Landratswahl 6,63 Prozent der Stimmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration