Schloss Meseberg verliert Status als Bundesgästehaus
Die Bundesregierung wird das historische Schloss Meseberg in Brandenburg ab Februar 2027 nicht mehr als offizielles Gästehaus nutzen. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für den angrenzenden Hotelbetrieb, dessen Pächter Bert Groche seinen Rückzug angekündigt hat. Der 63-jährige Unternehmer begründet diesen Schritt mit dem Wegfall der Daseinsberechtigung für sein Unternehmen, nachdem die Bundesregierung ihre Präsenz am Standort beendet.
Hotelpächter zieht Konsequenzen aus Regierungsentscheidung
Bert Groche, der seit zwei Jahrzehnten das Hotel am Schloss Meseberg betreibt, will sich auf seine anderen Betriebe konzentrieren und plant seinen Rückzug für dieses Jahr. „Für uns fällt die Daseinsberechtigung weg“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sein Vertrag wäre ohnehin nach 20 Jahren ausgelaufen. Groche bedauert den Rückzug der Bundesregierung besonders, da das Motto seines Betriebs stets lautete: „Arbeiten, wo sich die Welt- und Landeselite trifft.“ Der internationale Werbefaktor, den die Präsenz von Staatsgästen und Regierungsvertretern mit sich brachte, sei nun verloren.
Für seine Mitarbeiter sei jedoch gesorgt, versicherte der Hotelier. Für das angrenzende Restaurant und das Hotel mit 26 Zimmern wird aktuell ein Nachfolger gesucht. Groche betonte, dass der neue Betreiber in einen funktionierenden Betrieb einsteigen würde, der über Jahre erfolgreich geführt wurde.
Gründe für den Rückzug der Bundesregierung
Die Bundesregierung nannte als Hauptgründe für die Aufgabe von Schloss Meseberg als Gästehaus einen deutlichen Rückgang der Nutzung und die Entfernung von Berlin. Das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss liegt etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt und wurde seit 2007 für Empfänge von Staatsgästen sowie für Kabinettsklausuren genutzt. Die Nutzungsintensität habe in den letzten Jahren spürbar nachgelassen, was die Aufrechterhaltung des Standorts als Gästehaus wirtschaftlich und logistisch weniger attraktiv mache.
Zukunft des Schlosses ungewiss
Die Brandenburger Landesregierung zeigt sich offen für Gespräche über eine mögliche künftige Nutzung des Schlosses, betont aber, dass zunächst die Messerschmitt-Stiftung gefordert sei. Innenminister René Wilke (SPD) erklärte im Februar im Landtag: „Wenn dort Gesprächsanliegen an das Land gerichtet werden, werden wir uns dem nicht verweigern.“ Er sehe jedoch klar die Stiftung in der Verantwortung, eine neue Nutzung für das historische Gebäude zu finden.
Das Schloss im Ortsteil Meseberg der Stadt Gransee ging nach der Wende in den Besitz Brandenburgs über. Im Jahr 1995 erwarb die Messerschmitt-Stiftung das Gebäude, das seitdem als prestigeträchtiger Ort für politische Begegnungen diente. Die Entscheidung der Bundesregierung markiert somit das Ende einer Ära, in der Schloss Meseberg als symbolträchtiger Ort deutscher Politikgeschichte fungierte.



