Abpumpen, schrubben, prüfen: So läuft die Vorbereitung für die Berliner Freibad-Saison
Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühjahr locken, zieht es viele Berlinerinnen und Berliner ins kühle Nass. Doch bevor Schwimmer ihre Runden drehen und Kinder planschen können, müssen die Freibäder der Stadt erst einmal gründlich vorbereitet werden. Dieser Prozess erfordert wochenlange, schweißtreibende Handarbeit und zahlreiche Kontrollen.
Der aufwändige Reinigungsprozess nach dem Winter
Während der Wintermonate bleibt das Wasser in den Becken, um die Fliesen vor Frostschäden zu schützen. Ein spezieller Kunststoffpuffer am Beckenrand verhindert, dass gefrierendes Wasser die Fliesen beschädigt. Sobald die Temperaturen steigen, beginnt der Reinigungsprozess: Zuerst wird die trübe Brühe abgelassen – allein dieser Vorgang dauert etwa eine Woche.
Anschließend folgt die gründliche Reinigung der Becken, die größtenteils in Handarbeit erfolgt. Im Sommerbad Humboldthain übernimmt Badleiterin Diana Reimann mit ihrem kleinen Team diese Aufgabe. Es wird geschrubbt und mit Hochdruckreinigern gearbeitet, um Algen, Kalk und Dreck von den Fliesen zu entfernen. Der letzte Rest Wasser samt Matsch kann nicht abgepumpt werden und muss mühevoll von Hand ausgeschöpft werden.
Akribische Inspektion und Reparaturen
Nach etwa zwei Wochen intensiver Reinigungsarbeiten beginnt eine detaillierte Bestandsaufnahme aller Fliesen. Jedes Jahr müssen mehrere Hundert Fliesen ausgetauscht werden, um Verletzungsrisiken zu minimieren. Nach strengen Wintern wie dem vergangenen rechnen die Experten mit besonders umfangreichen Schäden.
Parallel dazu werden alle technischen Anlagen überprüft: Leitungen und Düsen werden gereinigt, und erst wenn die Temperaturen dauerhaft über dem Gefrierpunkt liegen, können notwendige Reparaturen durchgeführt werden. Erst dann darf frisches Wasser in die Becken gelassen werden, das durch Chlorzugabe in das typisch blaue Poolwasser verwandelt wird.
Mehrstufige Sicherheitskontrollen vor der Öffnung
Doch selbst nach Abschluss aller Reinigungs- und Reparaturarbeiten kann das Bad noch nicht öffnen. Das Gesundheitsamt muss zunächst grünes Licht geben. Dafür werden Wasserproben entnommen und auf Keime untersucht. Auch Toiletten und Duschbereiche werden kontrolliert – insbesondere auf Legionellen, die sich in Wasserleitungen ansammeln können.
Zusätzlich findet ein Ortstermin mit dem TÜV statt, der Springtürme, Rutschen und Spielplatzgeräte auf ihre Sicherheit überprüft. „Vor der Öffnung kommen dann noch Polizisten des Abschnitts, und wir besprechen die Situation“, erklärt Badleiterin Reimann. Auch Absprachen mit dem Sicherheitsdienst gehören zu den finalen Vorbereitungen.
Start der Freibad-Saison in Berlin
Die Berliner Bäder-Betriebe planen einen gestaffelten Saisonstart: Am 1. Mai öffnen zunächst das Sommerbad Kreuzberg, das Strandbad Wannsee und das Kombibad in der Seestraße. Rund um Pfingsten sollen weitere Bäder folgen, und Anfang Juni sollen dann alle Freibäder der Stadt für Besucher geöffnet sein.
Ein besonderer Komfort erwartet die Schwimmbegeisterten in dieser Saison: Anders als im Vorjahr soll das Wasser in beheizten Becken konstant bei angenehmen 22 Grad gehalten werden – selbst bei kühleren Außentemperaturen. So steht einem unbeschwerten Badespaß nichts mehr im Wege, sobald die aufwändigen Vorbereitungen abgeschlossen sind.



