Vogelgrippe in Berlin: Jeder fünfte tote Wildvogel diesen Winter infiziert
Vogelgrippe in Berlin: Jeder fünfte Wildvogel tot

Vogelgrippe in Berlin: Jeder fünfte tote Wildvogel diesen Winter infiziert

Der seit dem Herbst grassierende Vogelgrippe-Ausbruch hat auch die Hauptstadt erreicht und zeigt bei Wildvögeln eine alarmierende Infektionsquote. Die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz hat nun eine detaillierte Bilanz vorgelegt, die auf einer parlamentarischen Anfrage der SPD-Abgeordneten Tamara Lüdke, Linda Vierecke und Turgut Altuğ basiert.

Hohe Infektionsrate bei untersuchten Vögeln

Bei genau 100 von 498 untersuchten toten Wildvögeln in Berlin wurde in diesem Winter die Vogelgrippe nachgewiesen. Diese Zahlen repräsentieren den Stand vom 5. März und verdeutlichen, dass das Virus in diesem Winter bei Wildvögeln praktisch überall in der Stadt verbreitet war. Die Untersuchungen erstreckten sich über den Zeitraum vom 22. Oktober 2025 bis zum 5. März 2026.

Besonders betroffen: Höckerschwäne

Unter den Höckerschwänen zeigte sich eine besonders dramatische Situation: Von 48 getesteten toten Tieren wiesen 34 einen positiven Test auf das Vogelgrippevirus auf. Dies entspricht einer Infektionsrate von über 70 Prozent und deutet darauf hin, dass die Vogelgrippe eine wesentliche Todesursache bei dieser Vogelart darstellte.

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Kormorane mit anderen Todesursachen

Bei den Kormoranen hingegen ergab sich ein deutlich anderes Bild: Von 243 getesteten toten Tieren wurden nur 3 positiv auf das Virus getestet. Die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz erklärte dazu: „Dies könnte darauf hinweisen, dass die Kormorane an einer Kombination von akutem Nahrungsmangel aufgrund von zugefrorenen Gewässern sowie starkem Parasitenbefall verendet sind, während die Höckerschwäne der Vogelgrippe erlagen.“

Weitere betroffene Vogelarten

In Einzelfällen haben sich auch andere Vogelarten mit der Vogelgrippe infiziert, darunter:

  • Kraniche
  • Wildgänse
  • Greifvögel
  • Möwen
  • Reiher
  • Wildenten

Größte dokumentierte Vogelgrippewelle

Seit 2022 grassiert die größte je dokumentierte Vogelgrippewelle, die sich über mehrere Erdteile erstreckt. Das H5N1-Virus befällt vor allem Vögel, wurde aber auch bei mehreren Säugetieren nachgewiesen. Der Subtyp H5N1 ist bei hoher Infektionsdosis prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar, doch Epidemiologen schätzen das Potenzial des Erregers, auf den Menschen überzuspringen, nicht als sehr groß ein.

Eine H5N1-Infektion bei einem Menschen in Deutschland war dem Robert Koch-Institut zuletzt nicht bekannt. Dennoch bleibt die Situation unter Beobachtung, da die Verbreitung des Virus in der Wildvogelpopulation weiterhin besorgniserregend ist.

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