Verdi-Warnstreik legt Bremer Nahverkehr für 72 Stunden komplett lahm
Bremer Nahverkehr: 72-Stunden-Stillstand durch Verdi-Warnstreik

Bremer Nahverkehr: Drei Tage Stillstand durch Verdi-Warnstreik

Seit dem frühen Freitagmorgen herrscht im Bremer Nahverkehr ein umfassender Stillstand. Die Gewerkschaft Verdi hat mit einem erneuten Warnstreik alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) lahmgelegt. Dieser Ausstand dauert insgesamt 72 Stunden an und endet erst am Montagmorgen um 3.00 Uhr. Damit ist Bremen die einzige Stadt, in der der Nahverkehr einen ganzen Tag länger stillsteht als in den meisten anderen betroffenen Regionen Deutschlands.

Massiver Protest in der Innenstadt

Rund 600 Beschäftigte der BSAG zogen am Freitag durch die Bremer Innenstadt zu einer lautstarken Kundgebung. Nach Angaben der Polizei demonstrierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gelben Westen, auf denen der Slogan „Zusammen geht mehr“ prangte. Die Stimmung war entschlossen, aber friedlich. Die Gewerkschaftsmitglieder machten damit deutlich, dass sie geschlossen hinter den Forderungen von Verdi stehen.

Zentrale Forderungen im Tarifkonflikt

Dieser Warnstreik ist bereits der zweite bundesweite Aufruf von Verdi in diesem Jahr. Die Gewerkschaft kämpft im aktuellen Tarifkonflikt für deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die zentralen Forderungen umfassen:

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  • Kürzere Schichtzeiten für mehr Work-Life-Balance
  • Längere Ruhezeiten zwischen den Dienstschichten
  • Höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit

Bezirksgeschäftsführer Markus Westermann betonte auf der Kundgebung in Bremen zusätzlich die Forderung nach einer Erhöhung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes sowie nach einer erweiterten Altersteilzeitregelung. Diese Punkte seien entscheidend für die Attraktivität des Berufs und die langfristige Bindung von Fachkräften.

Weitere Proteste angekündigt

Wann es zu einer Einigung zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft kommen wird, ist derzeit völlig offen. Markus Westermann ließ auf der Kundgebung keinen Zweifel daran, dass Verdi notfalls zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen bereit ist. „Von daher sind wir heute nicht das letzte Mal da, wenn es so weitergeht“, erklärte er mit Nachdruck. Allerdings gilt in Niedersachsen noch bis Ende März eine Friedenspflicht, sodass dort bis dahin keine weiteren Streiks im ÖPNV möglich sind.

Die Auswirkungen des Warnstreiks sind in Bremen massiv spürbar. Pendlerinnen und Pendler sowie Touristen müssen sich auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Verkehr einstellen. Die BSAG empfiehlt, alternative Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrten wenn möglich zu verschieben. Die Gewerkschaft hofft, mit dem Druck des Streiks Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen zu bringen.

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