Schaffermahlzeit in Bremen: 480 Jahre alte Tradition mit Pinkel und Tonpfeifen
Schaffermahlzeit: 480 Jahre Tradition in Bremen

Schaffermahlzeit in Bremen: Ein historisches Netzwerktreffen mit 480-jähriger Tradition

Im Bremer Rathaus versammelten sich rund 300 geladene Gäste zur diesjährigen Schaffermahlzeit, einem exklusiven Ereignis der Seefahrgemeinschaft. Unter den Teilnehmern befanden sich Kapitäne in Uniform, Kaufleute im Frack und Frauen in eleganter Abendgarderobe, die seit 2015 zu diesem ehemaligen Männertreffen eingeladen werden dürfen.

Ehrengast Vincent Clerc betont die Bedeutung des Seehandels

Als Ehrengast sprach Maersk-Chef Vincent Clerc über die zentrale Rolle des Seehandels. „Bei diesem Treffen der Bremer Seefahrgemeinschaft erinnern wir daran, dass Seehandel mehr ist als nur ein Beruf oder eine Branche – er kann sogar ein politisches Schlachtfeld sein“, sagte Clerc laut Redemanuskript. Er betonte jedoch, dass es sich um eine gemeinsame Geschichte handelt, die Menschen und Kontinente verbindet, den Austausch von Waren und Kulturen fördert und jene ehrt, die zur See fahren.

Einmalige Teilnahme und feste Regeln

Die Schaffermahlzeit, die seit dem Jahr 1545 stattfindet, gilt als eines der ältesten Freundschaftsmahle weltweit. Das Fest folgt einem streng geregelten Ablauf, und geladene Gäste dürfen nur einmal in ihrem Leben teilnehmen. In diesem Jahr war Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) als Gast des Bürgermeisters eingeladen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Traditionelles Fünf-Gänge-Menü mit Seemannskost

Das fünfstündige Menü besteht aus klassischer Seemannskost:

  • Hühnersuppe als Vorspeise
  • Stockfisch als Fischgericht
  • Braunkohl mit der norddeutschen Grützwurst Pinkel
  • Kalbsbraten als Hauptgang
  • Rigaer Butt und Käse zum Abschluss

Dazu wird ein spezielles Seefahrtsbier aus Silberhumpen gereicht, das nur für diese Veranstaltung gebraut wird. Zwölf Reden unterbrechen das Mahl, und am Ende rauchen die Anwesenden traditionell Tabak aus langen weißen Tonpfeifen.

Stiftung Haus Seefahrt als Veranstalter

Organisiert und finanziert wird das Essen von der Stiftung Haus Seefahrt, die nach eigenen Angaben im Jahr 1545 gegründet wurde. Die sogenannten Schaffer der Stiftung – in diesem Jahr Dirk Zeppenfeld, Nadine Kloska und Dirk Rogge – sind für die Ausrichtung verantwortlich. Während der Veranstaltung werden Spenden für die Stiftung gesammelt, die Seeleute, deren Familien und bedürftige Nautik-Studenten unterstützt.

Die Schaffermahlzeit bleibt damit nicht nur ein kulinarisches Ereignis, sondern auch ein wichtiger sozialer und kultureller Beitrag zur Bremer Seefahrtstradition.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration