Forsa-Umfrage: AfD in Mecklenburg-Vorpommern mit klarem Vorsprung
Sieben Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 zeigt eine aktuelle Wahlumfrage ein klares Bild: Die AfD liegt mit 37 Prozent der Stimmen weit vor allen anderen politischen Parteien. Die repräsentative Forsa-Erhebung im Auftrag der „Ostsee-Zeitung“ offenbart deutliche Verschiebungen im politischen Kräfteverhältnis des nordöstlichen Bundeslandes.
Detailierte Umfrageergebnisse der Parteien
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt in der Umfrage auf 23 Prozent, während die CDU 13 Prozent der Stimmen erhalten würde. Die Linke, die aktuell gemeinsam mit der SPD die Landesregierung in Schwerin bildet, erreicht 11 Prozent. Besonders dramatisch fällt das Ergebnis für FDP und Grüne aus: Beide Parteien liegen mit jeweils weniger als fünf Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde und würden damit aus dem Landtag fliegen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das bisher nicht im Schweriner Landtag vertreten ist, erreicht in der Umfrage genau 5 Prozent und befindet sich damit an der kritischen Schwelle für den Einzug ins Parlament. Die Umfragedaten basieren auf Befragungen von 1.003 Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern zwischen dem 9. und 16. Februar 2026.
Vergleich zu früheren Umfragen und Entwicklungen
Im Vergleich zu einer Wahlumfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR, die Ende Januar veröffentlicht worden war, hat die AfD zwei Prozentpunkte zugelegt, während die SPD zwei Punkte eingebüßt hat. In der NDR-Umfrage lag die CDU ebenfalls bei 13 Prozent, die Linke bei 12 Prozent und das BSW bei 6 Prozent. Auch in dieser Erhebung blieben Grüne und FDP unter der Fünf-Prozent-Marke.
Besonders bemerkenswert ist der Kontrast zur letzten Landtagswahl 2021: Damals war die SPD mit 39,6 Prozent der Stimmen als große Gewinnerin hervorgegangen. Die AfD erhielt 2021 lediglich 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die FDP 5,8 Prozent. Die aktuellen Umfragewerte zeigen somit eine dramatische Veränderung der politischen Landschaft innerhalb von fünf Jahren.
Methodische Hinweise und Unsicherheitsfaktoren
Wahlumfragen sind generell mit verschiedenen Unsicherheiten behaftet. Nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten erheblich. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und stellen keine Prognosen für den tatsächlichen Wahlausgang dar.
Wie alle Stichprobenerhebungen können auch diese ermittelten Ergebnisse Fehlertoleranzen enthalten. Im Fall der aktuellen Forsa-Umfrage liegt die statistische Fehlermarge bei plus/minus drei Prozentpunkten. Diese methodische Einschränkung sollte bei der Interpretation der Zahlen stets berücksichtigt werden.
Reaktionen der politischen Parteien
Drei Parteien haben sich bereits zu den Umfrageergebnissen geäußert. Die AfD feierte die Zahlen bereits bei ihrem Politischen Aschermittwoch in Demmin. Der Landesvorsitzende Leif-Erik Holm erklärte auf der Veranstaltung, damit gehe es „in Richtung Alleinregierung“, für die die AfD allerdings noch 42 bis 43 Prozent benötige.
Die designierte Spitzenkandidatin der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Bildungsministerin Simone Oldenburg, bewertete die 11 Prozent für ihre Partei als „stabile Ergebnisse“. Sie betonte, die soziale Kompetenz der Linken werde von den Menschen im Bundesland anerkannt. Die Linke sei auch nach der Wahl „die Garantie, dass es keine AfD-Politik geben wird, egal von wem sie kommt“.
Das BSW sieht die rot-rote Regierung in Schwerin am Ende ihrer politischen Laufbahn. Generalsekretär Oliver Ruhnert teilte mit: „Wer nach fünf Jahren in der Regierung auf diese Werte kommt, hat abgewirtschaftet.“ Ein Einzug in den Schweriner Landtag wäre aus seiner Sicht ein riesiger Erfolg für das Bündnis Sahra Wagenknecht. Ruhnert sprach sich gegen die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD aus und plädierte stattdessen für eine „Bürgerregierung“ mit Praktikern statt mit Berufspolitikern.
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt und wird als wichtiger Stimmungstest für die politische Entwicklung in den ostdeutschen Bundesländern gewertet.



