Die Politik spricht seit Jahren von „Kriegstüchtigkeit“. Wer das ernst nimmt, darf nicht ausgerechnet die Soldaten demotivieren, auf denen der Alltag der Truppe ruht: Feldwebel. Der jetzt verhängte Beförderungsstopp zum Stabsfeldwebel ist weit mehr als ein juristisches Problem: Er trifft das Rückgrat der Streitkräfte.
Die Bedeutung der Feldwebel für die Bundeswehr
Feldwebel führen Gruppen und Züge im Gefecht, bilden Rekruten aus, halten Fahrzeuge, Waffen und Gerät einsatzbereit. Sie stehen im Einsatz und bei Übungen körperlich unter enormer Belastung – oft über Jahrzehnte. Während viele Zivilisten über Entlastung nachdenken, schleppen Hauptfeldwebel Rucksäcke und Schutzwesten, dienen in Übungen unter Bedingungen, die körperlich an Grenzen und darüber hinaus führen. Diese Soldaten brauchen eine verlässliche Perspektive.
Urteil muss andere Konsequenz haben
Natürlich muss die Bundeswehr das Leistungsprinzip beachten. Das Urteil gegen starre Mindestdienstzeiten ist nachvollziehbar. Aber die Konsequenz kann nicht sein, Beförderungen auf unbestimmte Zeit einzufrieren. Wer jahrelang Verantwortung getragen, gute Beurteilungen erhalten und sich in der Truppe bewährt hat, darf nicht in Warteschleifen landen.
Das ist die Lösung für die Bundeswehr
Die Lösung: Die Bundeswehr braucht ein transparenteres Beurteilungssystem. Dienstliche Leistungen, besondere Verwendungen, Auslandseinsätze, körperliche Belastungen und Führungsverantwortung müssen stärker gewichtet werden als bloße Standzeiten. Gleichzeitig braucht es für Berufssoldaten in der Feldwebellaufbahn eine klare Perspektive: Wer dauerhaft Leistung bringt, muss realistisch Stabsfeldwebel werden können.
Eines darf nicht passieren: Dass Unteroffiziere den Eindruck gewinnen, ihre Loyalität werde mit Stillstand beantwortet. Eine Armee, die kämpfen können soll, kann sich das nicht leisten. Wer das Rückgrat der Truppe schwächt, schwächt die Bundeswehr insgesamt.



