Luftwaffen-Alarmrotte Nord: Zahl der Starts aus Rostock-Laage deutlich gestiegen
Alarmrotte Nord: Mehr Starts aus Rostock-Laage

Alarmrotte Nord verzeichnet deutlich mehr Einsätze

Die für Norddeutschland zuständige Alarmrotte Nord der Luftwaffe ist im vergangenen Jahr etwa 20 Mal vom Stützpunkt Rostock-Laage aus gestartet. Diese Zahl der Alarmstarts hat sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine deutlich erhöht, wie der Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“, Thomas Kötting, erklärte. In Rostock-Laage sind vier Eurofighter permanent startbereit stationiert. Aus taktischen Gründen nannte der Kommandeur keine detaillierteren Einsatzzahlen.

Schutz des deutschen Luftraums als Hauptaufgabe

Mit den Einsätzen der sogenannten Alarmrotte werden Militärflugzeugen, die sich dem deutschen Luftraum nähern, aber nicht der NATO angehören, die Grenzen verdeutlicht. „Wir schützen unseren Luftraum und machen klar: Hier ist die Grenze Deutschlands und nicht weiter“, betonte Kötting. Bei zivilen Flugzeugen können die Eurofighter aufsteigen, wenn ein Pilot nicht auf Funksprüche reagiert. „Schlimmstenfalls ist es eine Entführung“, schilderte der Kommandeur eine mögliche Situation.

Russische Aufklärungsflüge über der Ostsee

Die Quick Reaction Alert Alarmrotte Nord ist für die Ost- und Nordsee zuständig und eigentlich in Wittmund in Niedersachsen beheimatet. Aufgrund andauernder Baumaßnahmen am dortigen Standort operiert sie jedoch seit mehreren Jahren von Laage aus. Neben dem Stützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch die Alarmrotte Süd in Neuburg in Bayern.

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Der stellvertretende Leiter des Nationalen Lage- und Führungszentrums für Sicherheit im Luftraum, Ingmar Kerkhoff, betonte, dass es relativ viele russische Aufklärungsflüge über der Ostsee gebe. Diese fänden auch in Nähe des deutschen Luftraums statt, aber ohne Luftraumverletzung registriert zu werden. „Die werden aber nicht in jedem Fall von der deutschen Alarmrotte begleitet“, erklärte der Oberstleutnant bei einem Medientag am Standort Laage.

Internationale Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft

Deutschland arbeite über die NATO eng mit Ländern wie Polen oder Dänemark zusammen. Die jeweils bestplatzierte Einheit werde aktiviert. „Es muss keine Begleitung durch alle NATO-Staaten stattfinden, man wechselt sich da einfach ab. Letztendlich wird die deutsche Luftwaffen-Alarmrotte von hier vielleicht in jedem dritten Fall herangezogen“, so Kötting.

Nach einer Alarmierung müssen zwei mit scharfen Waffen ausgestattete Eurofighter binnen 15 Minuten in der Luft sein. Beim Medientag gelang den Bereitschaftsteams das in einer beeindruckenden Zeit von nur 9 Minuten und 45 Sekunden.

Technische Ausstattung und Treibstoffkapazität

Zur Alarmrotte gehören insgesamt vier Eurofighter, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr jederzeit einsatzbereit sein müssen. Ausgerüstet sind die Maschinen unter anderem mit:

  • Zwei Lenkflugkörpern
  • Einer 28-Millimeter-Bordkanone

Zudem sind insgesamt 6,4 Tonnen Treibstoff an Bord. Das reiche bei normalem Flug bis zu zweieinhalb Stunden, so Kötting. Und wenn es schnell gehen muss? „Dann sind die Tanks in 30 Minuten leer“, verdeutlichte der Kommandeur die hohe Leistungsfähigkeit der Jets.

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