Angler unter Druck: Bleiverbot treibt Kosten in die Höhe
Bleiverbot beim Angeln: Kosten steigen

Angler in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Europäische Union hat über den REACH-Ausschuss neue Verkaufsbeschränkungen für bleihaltige Angelprodukte beschlossen. Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt in der Angelfischerei, denn klassische Bleigewichte und -köder werden nach und nach aus den Regalen der Händler verschwinden.

Hintergrund des Verbots

Der REACH-Ausschuss der EU hat vor wenigen Tagen die Maßnahmen verabschiedet. Ziel ist es, die Umwelt zu schützen, denn jährlich gelangen schätzungsweise 4.800 Tonnen Blei aus Angelgeräten in die Natur. Zudem gefährden die bleihaltigen Gewichte rund sieben Millionen Vögel, die sie versehentlich aufnehmen. Die neue Regelung konzentriert sich zunächst auf das Inverkehrbringen von Bleiprodukten, nicht auf deren Nutzung. Angler dürfen bereits vorhandene Bestände weiterhin verwenden, während Händler den Verkauf neuer Produkte schrittweise einschränken.

Alternativen zu Blei

Die Branche stellt nun auf umweltfreundlichere Alternativen um. Besonders gut geeignet ist Tungsten, auch als Wolfram bekannt. Dieses Material hat ähnliche Eigenschaften wie Blei, sinkt sogar noch etwas schneller, ist aber deutlich teurer. Angler müssen daher künftig tiefer in die Tasche greifen. Weitere Alternativen werden derzeit entwickelt und getestet.

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Übergangsfristen im Detail

Die Verordnung legt verschiedene Übergangsfristen für den Verkauf fest:

  • Nach sechs Monaten dürfen Händler Drop-In-Bleie und Bleidraht nicht mehr anbieten.
  • Nach drei Jahren stoppt der Verkauf von Angelbleien und Ködern bis 50 Gramm.
  • Nach fünf Jahren werden auch schwerere Gewichte zwischen 50 Gramm und 1 Kilogramm aus den Regalen genommen.

Diese Beschränkungen gelten nicht für Produkte mit einem Bleigehalt von unter 1 Prozent. Hersteller dürfen zudem Köder aus Kupferlegierungen mit weniger als 3 Prozent Blei und Mikro-Schrotbleie unter 0,06 Gramm weiterhin anbieten, sofern sie eine kindersichere Verpackung verwenden.

Kennzeichnungspflicht und Reaktionen

Während der Übergangsphasen müssen Händler bleihaltige Produkte deutlich kennzeichnen, um auf die Umweltgefahren und gesundheitlichen Risiken hinzuweisen. Die zuständigen Behörden legen die genaue Gestaltung dieser Etiketten noch fest, da der entscheidende Gesetzestext derzeit noch nicht veröffentlicht ist.

Der Deutsche Angelfischerverband plädiert für verhältnismäßige, praktikable und erschwingliche Lösungen. Die European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA) reagiert gespalten: Sie schätzt zwar die Planungssicherheit dieser Regelung, kritisiert aber, dass ein vollständiges Nutzungsverbot ausbleibt. Zudem befürchtet die EFTTA die Entstehung eines illegitimen Graumarktes, wenn Angler bleihaltige Produkte außerhalb der EU beziehen.

Angler in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich also auf teurere Ausrüstung und neue Gewohnheiten einstellen. Die Umstellung auf bleifreie Alternativen ist beschlossene Sache und wird in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt.

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