Boltenhagen: Ostseeurlaub mit Geschichte und britischem Flair
Boltenhagen: Ostseeurlaub mit Geschichte und britischem Flair

Boltenhagen zählt zu den schönsten Ostseebädern Deutschlands und überrascht seine Besucher mit britischem Flair. Zwischen Steilküste, Kurpark und Schloss Bothmer lässt sich Geschichte erleben, während man barfuß im feinen Sand spaziert. Das Ostseebad in Mecklenburg-Vorpommern bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Erholung und kulturellen Highlights.

Lage und Klima

Der Ort mit seinen 2500 Einwohnern liegt im Landkreis Nordwestmecklenburg, gehört zum Amt Klützer Winkel und ist Teil der Metropolregion Hamburg. Boltenhagen ist anerkanntes Seeheilbad und profitiert von einem milden Reizklima mit salzhaltiger Luft und besonderer Reinheit. Dieses Klima, verbunden mit der Brandungszone und dem weißen Sandstrand, ist besonders geeignet für Menschen mit Atemwegsbeschwerden und Allergien. Daher spielt der Gesundheitstourismus in Boltenhagen eine große Rolle.

Geschichte und Entwicklung

Das Ostseebad Boltenhagen ist das drittälteste Seeheilbad Deutschlands. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war es ein verträumtes Fischerdorf. Das änderte sich, als die ersten Badegäste den herrlichen Sandstrand entdeckten. Wo heute Strandkörbe stehen, parkten damals hölzerne Badekarren, in denen sich die Gäste umkleideten und dann ins Wasser gezogen wurden. Boltenhagen konnte das typische Erscheinungsbild eines klassischen Seebades bewahren: Viele alte Ferienvillen, hübsche Pensionshäuschen im Stil der Bäderarchitektur und schilfgedeckte Hallenhäuser prägen den Ortskern. Mit Rathaus, Kurpark und Kurhaus sowie Promenade bildet er eine geschlossene Einheit.

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Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Der Kurort besticht mit seinem feinsandigen, fünf Kilometer langen Strand, einer beeindruckenden Steilküste, der 290 Meter in die Ostsee ragenden Seebrücke von 1992 und dem Küstenschutzwald. An zwei Promenaden reihen sich klassische Villen und Pensionen in restaurierter Bäderarchitektur aneinander. Dazwischen laden kleine Cafés, Restaurants und der Kurpark mit Konzertpavillon zum Verweilen ein. Konzerte, Festivals und Führungen sorgen das gesamte Jahr für kulturelle Vielfalt. Seit 2008 lädt im Ortsteil Tarnewitz das Ferienzentrum „Weiße Wiek“ mit der Marina Boltenhagen – einem Hafen für Skipper, Wasserwanderer und Berufsfischer – ein. Sportliche Gäste können in das Umland mit den Naturschutzgebieten Tarnewitzer Huk und Klützer Winkel radeln, über Felder entlang der Redewischer Steilküste zu alten Kirchen und Gutshäusern. Nordic-Cross-Skaten, Schnuppertauchen in der Ostsee, Klettern im Kletterpark mit Ostseeblick und „SwinGolf“ sind weitere Freizeitmöglichkeiten.

Schloss Bothmer: Ein Stück England in Mecklenburg

Wer nach so viel Meer und Strand eine Reise in die Londoner Downing Street unternehmen möchte, muss nur fünf Kilometer landeinwärts zum Städtchen Klütz fahren. Dort steht inmitten einer idyllischen Parkanlage das legendäre Schloss Bothmer. Zum Schloss führt eine der schönsten Alleen des Landes: die Festonallee. Diese spalierartige Lindenallee gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Das Schloss Bothmer verdankt seine Existenz dem abenteuerlichen Lebensweg von Graf Hans Caspar von Bothmer. Auf dem Gipfel seiner Karriere angelangt, lebte der Mecklenburger in London – in der legendären Adresse „10 Downing Street“. Von dort aus ließ er sich ab 1726 die prächtige Anlage im Klützer Winkel errichten und brachte damit ein Stück England nach Mecklenburg. Er war der erste Premierminister, der in der „10 Downing Street“ lebte – die damals übrigens „Bothmar House“ genannt wurde. Sein Schloss in Mecklenburg wurde dadurch zu einem echten englischen Country House. Bis 1945 lebten hier die Grafen von Bothmer. Nach dem Krieg wurde die Anlage zum Altenheim und erst im Jahr 2015 nach aufwendigen Wiederherstellungsmaßnahmen zum Schlossmuseum gewandelt.

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Steilküste und Naturerlebnisse

Die Steilküste ist mit gut 30 Metern Höhe nach Rügens Kreidefelsen die zweithöchste Steilküste an der deutschen Ostsee. Bei einem Spaziergang entlang der Küste lässt sich das Zusammenspiel von Barocker Architektur und Landschaftsplanung in beeindruckender Weise erleben. Ein Highlight ist der 270 Meter lange Hohlweg, der zur Schlossanlage führt. Geht man auf das Schloss zu, geben die Linden zunächst nur den Blick auf die prächtige Mittelachse des Haupthauses frei. Mit jedem Schritt erweitert sich dann Stück für Stück das Sichtfeld. Schließlich im Ehrenhof angelangt, kann die Gebäudepracht nicht mehr auf einen Blick erfasst werden. „Es ist ein Paradebeispiel barocker Inszenierung, das seine Wirkung nach 300 Jahren immer noch voll entfaltet und einen Besuch auf Bothmer zu jeder Jahreszeit unvergesslich macht“, empfiehlt die Kurverwaltung.

Boltenhagen bietet somit eine gelungene Kombination aus Erholung am Strand, kulturellen Entdeckungen und historischen Einblicken – ein ideales Reiseziel für Familien, Paare und Alleinreisende zu jeder Jahreszeit.