DDR-Ausreisedokument mit Tina Turner-Unterschrift bei Bares für Rares versteigert
DDR-Dokument mit Tina Turner-Unterschrift bei Bares für Rares (11.03.2026)

Historisches DDR-Dokument mit Weltstar-Unterschrift erzielt 200 Euro

Die ZDF-Trödelshow Bares für Rares präsentierte ein außergewöhnliches Stück deutscher Zeitgeschichte. Der Berliner Ronald Vogel (69) brachte eine Original-Identitätsbescheinigung der Deutschen Demokratischen Republik zum Verkauf, die nicht nur seine Ausreise 1988 dokumentiert, sondern auch die Unterschrift der weltberühmten Sängerin Tina Turner trägt.

Persönliche Geschichte hinter dem historischen Dokument

Ronald Vogel, ehemaliger Schulleiter aus Ostberlin, erzählte Moderator Horst Lichter und Experte Sven Deutschmanek die bewegende Geschichte hinter dem Papier. „Erzähl, ich habe Zeit!“, forderte Lichter den Gast auf, der daraufhin von seiner Verhaftung im Januar 1988 berichtete.

Vogel hatte damals mit anderen Bürgern vor dem DDR-Komitee für Menschenrechte protestiert und wurde daraufhin festgenommen. Sieben Monate verbrachte er im Stasi-Gefängnis, bevor er im Juli 1988 in die Bundesrepublik ausgewiesen wurde.

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Die besondere Ausreisebescheinigung

Das Dokument trägt den Vermerk „gültig zur einmaligen Ausreise zur Übersiedlung nach der BRD“. Direkt aus der Haftanstalt in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, reiste Vogel mit dem Zug in den Westen – eine Erfahrung, die ihn noch heute bewegt: „Wenn ich mich daran erinnere, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut“, gestand er. Während der Fahrt durch die DDR bis zur Grenze war den Insassen verboten worden, die Fenster zu öffnen oder zu winken.

Die unerwartete Begegnung mit Tina Turner

Nach vier Wochen im Übergangslager Gießen durfte Vogel nach Westberlin übersiedeln. Auf seiner Reise entdeckte er am Flughafen Frankfurt/Main die legendäre Sängerin Tina Turner (1939-2023) beim Einchecken. Spontan sprach er sie mit „ein paar Brocken Englisch“ an und bat um ein Autogramm – das sie auf genau dieses Ausreisedokument setzte. Experte Deutschmanek bestätigte später die Echtheit der Unterschrift.

Die Versteigerung im Händlerraum

Für das außergewöhnliche Zeitdokument hatte Vogel eine Vorstellung von 200 bis 300 Euro. Im Händlerraum startete der bekannte Händler „Waldi“ Walter Lehnertz mit seinen typischen 80 Euro, stieg jedoch bei 150 Euro aus, die Julian Schmitz-Avila aus Bad Breisig bot.

Schmitz-Avila einigte sich schließlich mit Vogel auf 200 Euro und zeigte sich beeindruckt: „Ich bin ein bisschen ehrfürchtig, schönes Objekt, ich freue mich. So ein Dokument habe ich noch nie gesehen.“ Auch Ronald Vogel zeigte sich mit dem Erlös zufrieden.

Die Sendung bewies einmal mehr, dass hinter scheinbar einfachen Trödelobjekten oft tiefgreifende persönliche und historische Geschichten stecken, die ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit lebendig werden lassen.

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