Historisches DDR-Schiff kehrt nach Werftaufenthalt zurück nach Peenemünde
Das legendäre DDR-Museumsschiff "Hans Beimler" ist nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten auf der Wolgaster Peene-Werft in seinen Heimathafen Peenemünde auf der Ostsee-Insel Usedom zurückgekehrt. Das etwa 56 Meter lange Raketenschiff, das in den 1980er Jahren in Russland gebaut wurde, stellt das letzte verbliebene Exemplar seiner ursprünglich fünf Schiffe umfassenden Klasse dar. Als einziges größeres Kampfschiff der ehemaligen Volksmarine der DDR genießt es heute besondere historische Bedeutung.
Unerwarteter Zwischenfall bei der Überführung
Die Rückkehr des Veteranen verlief jedoch nicht ohne Komplikationen. Während der Überführung von der Werft zum Hafen Peenemünde am Donnerstag, dem 12. März 2026, kam es zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall. Beim Passieren der Peenebrücke stellte sich eines der beiden Schleppboote, die das antriebslose Museumsschiff begleiteten, aus bislang ungeklärten Gründen quer und kollidierte mit einem Dalben am Leitwerk der Brücke.
Dabei entstand ein erheblicher Sachschaden, glücklicherweise wurden jedoch keine Personen verletzt. Die Wasserschutzpolizei Wolgast wurde umgehend alarmiert und war vor Ort im Einsatz, um die Situation zu dokumentieren und zu klären. Die genauen Ursachen für das Manöver des Schleppers werden derzeit noch untersucht.
Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an historischem Schiff
Lutz Hübner, Schatzmeister des Fördervereins Peenemünde, erläuterte die Bedeutung der durchgeführten Werftarbeiten. "Auf der Peene-Werft wurde der gesamte Unterwasserbereich des Schiffes mit einem neuen Spezialanstrich konserviert", so Hübner. "Zusätzlich erhielt der Mast eine komplette Neuversiegelung, um das historische Schiff für die Zukunft zu bewahren."
Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um den ersten Werftaufenthalt des Schiffes seit dem Jahr 1993 handelt. Die lange Zeitspanne zwischen den Werftbesuchen unterstreicht die Dringlichkeit der durchgeführten Maßnahmen. Die Kosten für die Instandsetzung beliefen sich auf etwa 100.000 Euro, zuzüglich erheblicher Schlepperkosten für den Transport.
Finanzierung durch Spenden und Besuchereinnahmen
Die Finanzierung dieser aufwändigen Restaurierung stellte den Förderverein vor große Herausforderungen. "Ein Teil der Mittel stammt aus den Eintrittsgeldern der zahlreichen Besucher", erklärt Hübner. "Im vergangenen Jahr kamen rund 18.000 Menschen an Bord, um dieses Stück DDR-Marinegeschichte zu erleben."
Da sich während des Werftaufenthaltes herausstellte, dass umfangreichere Arbeiten als ursprünglich geplant notwendig waren, startete der Verein zu Beginn des Jahres einen dringenden Spendenaufruf. "Ohne die großzügigen Spenden, die wir in den letzten Wochen erhalten haben, hätten wir diese wichtige Instandsetzung nicht bewältigen können", betont Hübner nachdrücklich. "Unser besonderer Dank gilt allen Unterstützern, die zum Erhalt dieses maritimen Denkmals beigetragen haben."
Weitere Arbeiten und historische Bedeutung
Die Arbeiten an der "Hans Beimler" sind noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen eines geplanten Arbeitseinsatzes soll noch in diesem Jahr das gesamte Deck neu gestrichen werden. "Durch die vielen Besucher müssen wir diese Arbeiten regelmäßiger durchführen als bei anderen Museumsschiffen", so Hübner.
Historisch betrachtet diente das Schiff während seiner aktiven Zeit in der DDR-Volksmarine der Küstenverteidigung Rügens. Mit seinen vier Raketen war es für schnelle Angriffs- und Rückzugsmanöver konzipiert. "Schnell rausfahren, Ziel erfassen, bekämpfen, wieder nach Hause kommen", beschreibt Hübner die ursprüngliche Einsatzdoktrin. Heute erzählt das Schiff als Museumsobjekt eine wichtige Kapitel deutsch-deutscher Geschichte und maritimer Technologieentwicklung.
Die Rückkehr der "Hans Beimler" nach Peenemünde markiert somit nicht nur die erfolgreiche Beendigung einer aufwändigen Restaurierung, sondern sichert auch den langfristigen Erhalt eines bedeutenden maritimen Kulturgutes für kommende Generationen. Trotz des Zwischenfalls bei der Überführung kann das Museumsschiff nun wieder Besucher empfangen und seine Geschichte weiter erzählen.



