Über 50 Jahre alte DDR-Speisekarte mit Kaviar und Diplomaten-Schnitzel in Teterow entdeckt
DDR-Speisekarte mit Kaviar und Diplomaten-Schnitzel entdeckt

Historischer Fund: DDR-Speisekarte für Rennfahrerbälle in Teterow entdeckt

Für die Motorsportfans in Teterow rückt das Pfingstrennen am Bergring immer näher, doch ein faszinierender Fund lenkt den Blick zurück in die Vergangenheit. Im Fundus des Malchiner Museums wurde eine über 50 Jahre alte Original-Speisekarte entdeckt, die einst für die legendären Rennfahrerbälle im Hotel "Mecklenburger Hof" verwendet wurde. Dieses Dokument wird demnächst an den Teterower Bergringclub übergeben und bietet einen einzigartigen Einblick in die kulinarische Welt der DDR-Zeit.

Kulinarische Highlights für Sportler und Offizielle

Die Speisekarte, die eigens für den Rennfahrerball vom HO-Hotel "Mecklenburger Hof" in der Malchiner Straße herausgegeben wurde, präsentiert eine erstaunliche Vielfalt an Gerichten. Als Vorgericht konnten die Gäste neben Klassikern wie Ragout fin oder Eiersalat sogar roten Kaviar mit Butter und Toast genießen – zu einem Preis von nur 3,65 Mark der DDR. Ein weiterer Höhepunkt war der gedünstete Hecht, der mit Weißweinsauce oder alternativ im Bierteig mit Salzkartoffeln serviert wurde und mit 3,50 Mark erstaunlich erschwinglich blieb.

Für Fleischliebhaber bot die Karte das sogenannte "Diplomatenschnitzel" mit Fruchtsalat an, das mit 4,30 Mark den Spitzenpreis erreichte. Diese Gerichte unterstreichen die festliche Atmosphäre der Rennfahrerbälle, bei denen Sportler und Offizielle das Grasbahn-Wochenende nach der Vergabe von Pokalen und Preisen in feierlicher Runde ausklingen ließen.

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Internationale Ausrichtung und historischer Kontext

Besonders bemerkenswert ist die mehrsprachige Gestaltung der Speisekarte. Die Gerichte wurden nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch und Russisch angepriesen, was die Internationalität der Teterower Rennveranstaltung betont. Experten schließen daraus, dass die Speisekarte ihren Ursprung vor dem Jahr 1973 haben muss, da nur bis dahin Fahrer aus dem nichtsozialistischen Ausland im DDR-Fahrerfeld zu finden waren.

Dieser Fund erinnert an eine Zeit, in der das Pfingstevent am Bergring nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis war. Die Fahrer mussten sich damals auf dem Marktplatz anmelden und präsentierten sich dabei der Öffentlichkeit, bevor der legendäre Rennfahrerball den Höhepunkt bildete. Nach einer Zwangspause im vergangenen Jahr aufgrund finanzieller und personeller Gründe kehrt das traditionelle Pfingstrennen nun zurück, doch die entdeckte Speisekarte bewahrt das Erbe dieser festlichen Ära.

Die Archivaufnahme vom Teterower Hotel "Mecklenburger Hof", wo einst die Rennfahrerbälle gefeiert wurden, ergänzt diesen historischen Fund und unterstreicht die Bedeutung des Motorsports für die Region. Während heute das Renngeschehen vor allem auf und rund um die Bahn stattfindet, lebte damals die ganze Stadt mit, unterstützt durch solche kulinarischen Highlights, die nun wiederentdeckt wurden.

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