Tag der Demokratiegeschichte: Gedenkveranstaltungen in der Seenplatte mit Zeitzeugen und Stolpersteinrallye
Demokratiegeschichte: Gedenkveranstaltungen in der Seenplatte

Erster deutschlandweiter Tag der Demokratiegeschichte mit vielfältigem Programm in der Seenplatte

Am 18. März wird erstmals in ganz Deutschland der Tag der Demokratiegeschichte begangen. Die Region Mecklenburgische Seenplatte erweist sich dabei als besonders aktiv mit mehreren Veranstaltungen in Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren. Dieser neue Gedenktag soll die Bedeutung demokratischer Werte und die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte in den Mittelpunkt stellen.

Zeitzeugengespräche in ehemaliger Stasi-Haftanstalt

Den Auftakt in Neubrandenburg bildet eine Führung durch die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt auf dem Lindenberg, die 1987 errichtet wurde. Im Anschluss findet dort ein Zeitzeugengespräch mit Thoralf Maaß statt. Die Veranstaltung wird von der Hochschule Neubrandenburg und lokalen Initiativen der Erinnerungsarbeit organisiert. „Lokale Erinnerungsarbeit macht Geschichte sichtbar und hilft, politische sowie zivilgesellschaftliche Mitgestaltung lebendig zu halten“, betonen die Gastgeber. Nach der Begehung laden die Organisatoren zu Kaffee und Kuchen in die Hochschule ein, wo verschiedene Initiativen ihre Arbeit vorstellen werden.

Stolpersteinrallye und DDR-Diskussionen in Waren

In Waren beginnt der Tag bereits am Vormittag mit einer Stolpersteinrallye, die vom Regionalen Beruflichen Bildungszentrum (RBB) ausgeht. Mithilfe der App „Stolpersteine digital“ können Teilnehmer die Schicksale von Personen erforschen, die während der NS-Zeit in Waren lebten und verfolgt wurden. Das Stadtgeschichtliche Museum bietet zudem ein Zeitzeugengespräch mit Christiane Scherfig, die zu den Akteurinnen der Friedlichen Revolution in der Region gehörte. Dabei wird über das Leben in der DDR, alltägliche Einschränkungen und die Rolle der Frauen diskutiert. Parallel ist die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zu sehen.

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Erzählcafé zur Wendezeit in Neustrelitz

Am 20. März findet im Neustrelitzer Borwinheim ein offenes Erzählcafé statt, das sich mit der bewegenden Zeit zwischen Herbst 1989 und Frühjahr 1990 beschäftigt. Christoph de Boor, Mitstreiter der Friedlichen Revolution in Waren, und die langjährige Kommunalpolitikerin Ingrid Sievers berichten von ihren Erfahrungen. Besucher sind eingeladen, Fotos oder Gegenstände mitzubringen, die sie mit dieser Zeit verbinden, um gemeinsam über Erinnerungen und aktuelle demokratische Herausforderungen zu sprechen.

Historischer Hintergrund des Gedenktages

Der Tag der Demokratiegeschichte wird vom 16. bis 20. März bundesweit begangen, unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Datum erinnert an mehrere historische Ereignisse:

  • Die Gründung der Mainzer Republik 1793
  • Die Barrikadenkämpfe zur Märzrevolution 1848
  • Das Scheitern des Kapp-Putsches gegen die Weimarer Republik 1920
  • Die letzte DDR-Volkskammerwahl 1990
Die Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern betont, dass Demokratie in Deutschland ein hart erkämpftes Gut sei und das Programm bewusst zwei diktatorische Epochen der deutschen Geschichte verbinde.

Programmübersicht Tag der Demokratiegeschichte in der Seenplatte:

  1. 18. März, 9-12 Uhr, Waren: Stolpersteinrallye und Zeitzeugengespräch im Stadtgeschichtlichen Museum
  2. 18. März, 15 Uhr, Neubrandenburg: Begehung der ehemaligen JVA und Zeitzeugengespräch
  3. 18. März, 17.30 Uhr, Neubrandenburg: Vorstellung lokaler Initiativen in der Hochschule
  4. 20. März, 15.30 Uhr, Neustrelitz: Erzählcafé im Borwinheim
Alle Veranstaltungen bieten freien Eintritt und laden zum gemeinsamen Erinnern, Diskutieren und Gestalten ein.

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