Deutsch-Ukrainische Partnerschaft MV: Ehrenamtliche bauen Brücken in Kriegszeiten
Während viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Nachrichten zum Krieg in der Ukraine nur noch am Rande verfolgen, haben sich engagierte Bürger zusammengeschlossen. Sie gründeten den Verein „Deutsch-Ukrainische Partnerschaft Mecklenburg-Vorpommern“, um aktiv Hilfe zu leisten und persönliche Kontakte zu pflegen.
Vom Selbstschutzmodus ins aktive Handeln
Gerhard Bley, ein Ruheständler aus Boltenhagen, initiierte die Vereinsgründung. „Das können wir nicht alle so machen“, dachte er sich, als er beobachtete, wie viele Mitbürger einen Schutzschirm gegen die schlimmen Nachrichten aufspannten. Statt passiv zu bleiben, beschloss er, ins Tun zu kommen und direkte Verbindungen zu den Menschen in der Ukraine aufzubauen.
In Schwerin trafen sich kürzlich Menschen aus allen Ecken des Landes, um den Verein offiziell aus der Taufe zu heben. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Berufsfeldern:
- Sozialarbeiter
- Landschaftsplaner
- Ingenieure
- Eine ehemalige Pastorin
Persönliche Kontakte als Schlüssel zur Hilfe
Der Verein startete mit zwölf Mitstreitern, verzeichnet aber bereits weitere Anfragen. „Man darf von uns keine Wunder erwarten, wir fangen klein an“, betont Gerhard Bley. Im Winter sammelten die Mitglieder Spenden für konkrete Projekte:
- Eine Powerstation für ein Heim mit behinderten Kindern
- Einen Diesel-Notstromgenerator für einen Jugendklub
Durch persönliche Kontakte wissen die Vereinsmitglieder, wo in kleineren Orten der Ukraine Hilfe besonders dringend benötigt wird. „Wir hören, dass dort weniger Spendenmittel ankommen als in großen Städten wie Kiew“, erklärt Bley.
Partnerschaftliche Brücken zwischen Zivilgesellschaften
Im Frühjahr plant der Verein erste Reisen in die Ukraine, um Kontakte zu vertiefen und gemeinsame Projekte anzustoßen. Die humanitäre Hilfe hat nach dem extrem schwierigen Winter mit häufigen Ausfällen der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung einen hohen Stellenwert.
Gerhard Bley betont jedoch: „Für die Menschen in der Ukraine ist auch der Aufbau und die Pflege direkter, persönlicher Kontakte von großer Bedeutung.“ Der Verein möchte partnerschaftliche Beziehungen zwischen der Zivilgesellschaft in der Region Tschernihiw und Mecklenburg-Vorpommern entwickeln.
Bildungsarbeit und kultureller Austausch
Neben der humanitären Hilfe plant der Verein auch kulturelle und bildungspolitische Aktivitäten:
- Ukraine-Abende in Mecklenburg-Vorpommern
- Austausch über Geschichte und Kultur
- Gegenseitige Besuche und Ausstellungen
- Ferien-Auszeiten für ukrainische Kinder
„Wir in MV wissen erstaunlich wenig über dieses faszinierende Land mit seinen gastfreundlichen Menschen“, stellt Gerhard Bley fest. Der Verein möchte hier Aufklärungsarbeit leisten und gegen russische Propaganda wirken.
Der Verein freut sich über weitere Mitstreiter, die sich für den deutsch-ukrainischen Austausch engagieren möchten. Durch persönliches Engagement und direkte Kontakte wollen die Mitglieder zeigen, dass Solidarität in Kriegszeiten mehr bedeutet als nur finanzielle Unterstützung.



