Drug-Checking in Rostock: Regelmäßige Drogenanalysen für mehr Sicherheit
Drug-Checking in Rostock: Dauerhaftes Angebot startet

Drug-Checking wird zum festen Bestandteil der Rostocker Gesundheitsvorsorge

Was bisher vor allem auf Festivals und bei Großveranstaltungen praktiziert wurde, ist nun ein regelmäßiges Angebot in der Hansestadt Rostock: Das sogenannte Drug-Checking, also die anonyme und kostenfreie Analyse von Drogen, hat seit Anfang April einen festen Platz im städtischen Gesundheitsamt gefunden. Jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr können Konsumierende im Erdgeschoss des Gebäudes in der Paulstraße 22 ihre Substanzen zur Untersuchung abgeben.

Landesstrategie zur Gesundheitsförderung erhält neuen Baustein

„Drug-Checking hilft, Risiken zu reduzieren, Leben zu schützen und Menschen frühzeitig zu erreichen“, betont Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD). Die Maßnahme ist ein fester Bestandteil der Landesstrategie zur Gesundheitsförderung und Prävention und richtet sich sowohl an Freizeitkonsumierende als auch an Menschen mit Suchterfahrung. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Die Linke) unterstreicht: „Menschen, die Drogen konsumieren, erhalten dadurch fundierte Informationen und werden in ihrer Eigenverantwortung gestärkt.“

Wie das Drug-Checking in Rostock konkret funktioniert

Der Ablauf ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: Pulver und Pillen werden anonym im Raum 0.30 des Gesundheitsamts abgegeben, wobei dunkelblaue Fußabdrücke den Weg zur Substanzannahme weisen. Die eigentliche Analyse übernehmen Toxikologen der Universitätsmedizin Rostock, die Inhaltsstoffe, Dosierungen und gefährliche Beimischungen prüfen. Besonders wichtig ist dabei die begleitende Beratung, wie Kröger erklärt: „Drug-Checking wirkt nur dann nachhaltig, wenn die Analyse mit Beratung verbunden ist.“

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Rechtliche Grundlage und medizinische Expertise

Den rechtlichen Rahmen für das Angebot schafft eine Landesverordnung, die seit Ende Mai 2024 nach Ministeriumsangaben bundesweit erstmals anonyme und kostenfreie Analysen ermöglicht. Die Mediziner vor Ort zeigen sich zufrieden mit dem Start: Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, bezeichnet das Drug-Checking als „wichtigen Schritt für ein wirksames und nachhaltiges Präventionsangebot in der Region Rostock“. Das langjährige Praxiswissen aus Festival-Einsätzen werde nun dauerhaft in eine verlässliche Struktur eingebracht.

Frühwarnsystem und Integration in Hilfsangebote

Sollten die Analysen unerwartet hohe Dosierungen oder gefährliche Beimischungen aufdecken, plant die Stadt öffentliche Warnungen. Damit fungiert das Drug-Checking nicht nur als individuelles Beratungsangebot, sondern auch als Frühwarnsystem für die gesamte Bevölkerung. Gleichzeitig soll es als niedrigschwelliger Zugang in bestehende Hilfssysteme wirken und so eine Brücke zu weitergehenden Unterstützungsangeboten schlagen.

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