Gorch Fock startet historische Amerikareise mit Atlantiküberquerung
Das Segelschulschiff Gorch Fock hat von seinem Heimathafen Kiel aus zu einer besonderen Auslandsausbildungsreise gestartet, die erstmals seit Jahren wieder über den Atlantik führt. Kommandant Elmar Bornkessel betonte die Einzigartigkeit dieser 189. Auslandsausbildungstörn, die auf 165 Tage angesetzt ist und das Schiff nach Amerika bringt.
Stationen und Höhepunkte der Reise
Die Route der Gorch Fock umfasst mehrere internationale Häfen, darunter Bayonne in Frankreich, Las Palmas auf Gran Canaria, Hamilton auf Bermuda sowie Norfolk, Baltimore und New York in den USA. Weitere Stationen sind Halifax in Kanada und Reykjavik in Island. Ein zentrales Ziel der Reise sind die Feierlichkeiten zur 250-jährigen Unabhängigkeit der USA am 4. Juli in New York, wo das Schiff Teil einer großen Flottenparade mit über 100 Großseglern sein wird.
Kapitän zur See Elmar Bornkessel sprach von einem sportlichen Programm und erinnerte daran, dass die Gorch Fock bereits bei der 200-Jahr-Feier 1976 in den USA präsent war. Von New York aus segelt die Crew gegen mehrere Schwesterschiffe um die Five Sisters Trophy nach Boston. Dieses Zusammentreffen der aktiven Segelschiffe – darunter die Eagle aus den USA, die Sagres aus Portugal und die Mircea aus Rumänien – findet erstmals seit 1976 statt.
Work & Travel: Junge Freiwillige an Bord
Zum Start der Reise verließen Kiel rund 160 Menschen, darunter die Stammbesatzung, Soldaten des Wachbataillons und die ersten 21 Teilnehmenden des neuen Programms Work & Travel. Auf zwei weiteren Reiseabschnitten sollen jeweils 25 weitere junge Männer und Frauen folgen, die über den freiwilligen Wehrdienst in die Bundeswehr gekommen sind.
Unter den Freiwilligen sind Obergefreite wie Tia aus Hannover und Max aus der Nähe von Köln. Die 20-jährige Tia äußerte ihre Aufregung vor dem Ablegemanöver: „Wir gucken einfach mal, was auf uns zukommt.“ Sie hatte in der Vorbereitung bereits den Übungsmast in der Marineschule Flensburg erklommen und will auch auf See in die Wanten steigen. Max, der selbst segelt, freut sich besonders auf die Atlantiküberquerung: „Das ist so eine Sache, einmalig, mit einem Segelschiff über den großen, weiten Atlantik zu fahren.“ Beide sehen die Reise als Chance, sich ein Bild von der Bundeswehr zu machen und möglicherweise länger zu bleiben.
Volles Schiff und anspruchsvolle Ausbildung
In Las Palmas werden die ersten Kadetten für ihre Segelausbildung an Bord gehen, wodurch das Schiff zu 100 Prozent belegt sein wird. Kommandant Bornkessel sprach von einer anstrengenden, sportlich ambitionierten Reise, bei der sogar Notkojen im Lazarett genutzt werden könnten. Trotz der Herausforderungen zeigte er sich optimistisch: „Die Zeichen stehen gut, Wind und Wetter passen, zumindest für den heutigen Tag.“
Der Schwerpunkt der Reise bleibt die Ausbildung der Offizieranwärterinnen und -anwärter, doch die Gorch Fock dient auch als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland. Empfänge und Begegnungen sind geplant, um gute Gespräche zu fördern. Die Rückkehr nach Kiel ist für den 19. September vorgesehen, wo das Schiff nach dieser historischen Amerikareise wieder anlegen wird.



