Kreistag beschließt Ausbau: Greifswald soll ans Rufbussystem angeschlossen werden
Greifswald soll ans Rufbussystem angeschlossen werden

Historische Einigkeit im Kreistag: Rufbus soll ganz Vorpommern-Greifswald erschließen

In einer seltenen Demonstration fraktionsübergreifender Einmütigkeit hat der Kreistag Vorpommern-Greifswald einen wegweisenden Beschluss für den öffentlichen Nahverkehr gefasst. Mit überwältigender Mehrheit von 52 Stimmen bei lediglich einer Enthaltung und keiner einzigen Gegenstimme wurde der Ausbau des Rufbussystems im gesamten Landkreis beschlossen.

Das Problem: Konzessionsgrenzen behindern Mobilität

Obwohl das Rufbussystem „Ilse“ bereits in weiten Teilen Vorpommerns verkehrt, klafft im Greifswalder Umland eine bedauerliche Lücke. Gemeinden wie Lubmin und Weitenhagen verfügen derzeit über kein Rufbusangebot, obwohl dort ein deutlicher Bedarf besteht. Die Ursache liegt in der historischen Aufteilung in zwei Konzessionsgebiete: Das Greifswalder Umland wird von der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG) bedient, während das Stadtgebiet in der Verantwortung der Greifswalder Verkehrsbetriebe liegt.

Diese administrative Grenze hat konkrete Auswirkungen auf die Bürger, wie Andreas Dinklage von der SPD-Fraktion im Kreistag deutlich machte: „Sonst kommt 2027 die Seniorin aus Weitenhagen nicht nach Greifswald zum Arzt. Das ist bizarr, das versteht kein Mensch.“ Seine Fraktion hatte den ursprünglichen Antrag eingebracht, der den Landrat beauftragen sollte, Gespräche zwischen VVG, Stadt Greifswald und den örtlichen Verkehrsbetrieben zu initiieren.

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Vom lokalen zum landkreisweiten Ansatz

Während alle Fraktionen das grundsätzliche Anliegen unterstützten, wurde der Antrag während der Beratungen entscheidend erweitert. Statt sich nur auf das Greifswalder Umland zu konzentrieren, beschloss der Kreistag, das Rufbussystem im gesamten Landkreis zu fördern. Das erklärte Ziel lautet nun, spätestens 2026 im kompletten Kreisgebiet einen barrierefreien Zugang zum Rufbus zu ermöglichen.

Der Beschluss sieht vor:

  • Die Entwicklung eines bedarfsgerechten Rufbusangebots
  • Die sinnvolle Ergänzung bestehender Linienverbindungen
  • Eine bessere Verzahnung der Netze zwischen Umland und Stadt
  • Die Überwindung der letzten verbliebenen Konzessionsgrenze im Kreis

Historischer Schritt für die regionale Mobilität

Durch die frühere Übernahme der Anklamer Verkehrsgesellschaft (AVG) durch die VVG existiert im Landkreis nur noch eine einzige Konzessionsgrenze – jene zur Stadt Greifswald. Der nun gefasste Beschluss markiert einen wichtigen Schritt zur Überwindung dieser letzten Barriere. Damit rückt das Ziel näher, dass künftig keine Arzttermine mehr an administrativen Grenzen scheitern müssen und alle Bürger des Landkreises von einem integrierten Verkehrsnetz profitieren können.

Die breite politische Unterstützung für dieses Vorhaben unterstreicht die Dringlichkeit der Thematik und lässt auf eine zügige Umsetzung hoffen. Der Landrat wird nun beauftragt, die notwendigen Verhandlungen zwischen allen beteiligten Akteuren zu koordinieren, um die Mobilität in Vorpommern-Greifswald nachhaltig zu verbessern.

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