Grippewelle trifft Mecklenburg-Vorpommern am härtesten: Arzt erklärt Magen-Darm-Symptome
Grippewelle in MV: Arzt erklärt Magen-Darm-Symptome (12.03.2026)

Grippewelle trifft Mecklenburg-Vorpommern mit voller Wucht

Die aktuelle Grippesaison hat Deutschland fest im Griff, doch ein Bundesland steht besonders im Fokus: Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die höchsten Fallzahlen im bundesweiten Vergleich. Während in der kalten Jahreszeit grippale Infekte normal sind, beobachten Mediziner in diesem Jahr eine auffällige Zunahme von Magen-Darm-Beschwerden neben den klassischen Symptomen wie Hals-Rachen-Problemen und Fieber.

Chefarzt Dirk Werner klärt über die Ursachen auf

Dirk Werner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Ameos Hanse Klinikum Anklam, erklärt im Gespräch mit dem Nordkurier die Gründe für die besondere Betroffenheit Mecklenburg-Vorpommerns. "Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, nimmt die Übertragung von Viren zu", so Werner. Er betont, dass Aktivitäten im Freien das Infektionsrisiko verringern können, während geschlossene Räume die Ausbreitung begünstigen.

Magen-Darm-Symptome rücken in den Fokus

Ein markantes Merkmal der aktuellen Grippewelle sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchkrämpfe. "Diese Symptome sind aktuell sehr in den Fokus gerückt", sagt Werner. Er führt dies auf bestimmte Virussubtypen zurück, die derzeit grassieren. Laut seinen Angaben leiden über die Hälfte der Patienten unter solchen Begleitsymptomen, zusätzlich zu den typischen Atemwegsproblemen.

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Die ARE-Konsultationsinzidenz, ein vom RKI erhobener Messwert für akute Atemwegserkrankungen, zeigt deutlich die hohe Belastung in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner wöchentlich aufgrund solcher Erkrankungen einen Arzt aufsuchen.

Besondere Risikogruppen und Schutzmaßnahmen

Besonders gefährdet sind laut Werner Menschen in Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen, wo vorerkrankte Personen auf engem Raum leben. "Chronisch kranke und ältere Patienten mit reduziertem Immunsystem tragen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen", warnt der Chefarzt.

Um sich zu schützen, empfiehlt Werner:

  • Strikte Einhaltung der Hygiene, insbesondere bei eigenen Erkrankungen
  • Die Grippeimpfung als wirksamsten Schutz vor schweren Verläufen
  • Impfen auch noch während der Welle, da der Schutz innerhalb von 10 bis 14 Tagen aufgebaut wird

Die Grippewelle könnte sich nach Einschätzung des Experten bis in den April oder sogar Mai hinziehen. Werner appelliert daher an die Bevölkerung, die Impfangebote wahrzunehmen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden und das Gesundheitssystem zu entlasten.

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