Hochwasser in Mecklenburg-Vorpommern: Die Frage der Kostenübernahme für Rettungseinsätze
In der vergangenen Woche waren in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Hilfs- und Rettungsdienste sowie Freiwillige Feuerwehren im Dauereinsatz, um die Folgen von Tauwetter und daraus resultierenden Überschwemmungen zu bekämpfen. Während der kurzen Pausen mögen sich viele Helfer und Bürger in den betroffenen Dörfern, Kommunen und Städten gefragt haben, wer eigentlich die immensen Kosten für diese Einsätze trägt.
Klare Regelungen aus dem Innenministerium
Das Innenministerium in Schwerin hat nun eindeutige Antworten auf diese brennende Frage geliefert. Bei den Hochwasser-Einsätzen handelt es sich um Technische Hilfeleistungen nach dem Brandschutzgesetz, die zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden gehören. Eine Kostenerstattung durch Grundstückseigentümer oder Nutznießer der Einsätze kommt nur unter engen Voraussetzungen in Betracht, insbesondere gegenüber Verursachern der Notlage.
Da bei natürlichen Überflutungen kaum jemand als Verursacher ausgemacht werden kann, müssen die Gemeinden diese Einsatzkosten in der Regel selbst tragen. Diese Einschätzung teilt auch der Städte- und Gemeindebund Mecklenburg-Vorpommern, der in einer Stellungnahme gegenüber dem Nordkurier betonte, dass die Kommunen die finanziellen Lasten zu schultern haben.
Rechtliche Grundlagen und Ausnahmeregelungen
Nach Paragraf 24 des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes MV obliegt es den Gemeinden, Landkreisen und dem Land, die Kosten für die ihnen gesetzlich zugewiesenen Aufgaben zu übernehmen. Innenminister Christian Pegel (SPD) unterstrich diese rechtliche Verpflichtung.
Allerdings gibt es auch Ausnahmeregelungen: Laut Paragraf 25, Absatz 5 des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes MV kann auf einen Kostenersatz ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn die Erhebung der Kosten im Einzelfall eine unbillige Härte darstellen würde oder ein besonderes öffentliches Interesse für den Verzicht besteht. Diese Regelung bietet gewisse Flexibilität in außergewöhnlichen Situationen.
Die Rolle der ehrenamtlichen Helfer
Besonders hervorzuheben ist der unermüdliche Einsatz der meist ehrenamtlich aktiven Bürger und Helfer, die tage- und nächtelang an Pumpen arbeiteten, um die Wassermassen zu bekämpfen. Ihr Engagement bleibt zwar finanziell unentgolten, stellt aber einen unschätzbaren Wert für die Gemeinschaft dar.
Die aktuelle Hochwasserlage in Mecklenburg-Vorpommern zeigt einmal mehr, wie wichtig gut ausgestattete und einsatzbereite Freiwillige Feuerwehren sind – und wie komplex die Frage der Finanzierung solcher Großereignisse sein kann.



