Bahnpendler in MV enttäuscht: Schneller Regionalexpress zwischen Schwerin und Hamburg nicht möglich
Kein schneller Regionalexpress für MV-Pendler nach Hamburg

Enttäuschung für Bahnpendler in Mecklenburg-Vorpommern

Die Hoffnung vieler Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern auf einen schnellen Regionalexpress zwischen Schwerin und Hamburg hat sich zerschlagen. Verkehrsminister Wolfgang Blanck hat deutlich gemacht, dass ein solches Angebot die gestrichene ICE-Frühverbindung nicht ersetzen kann.

Vorbild aus Süddeutschland weckt falsche Hoffnungen

Sowohl das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) als auch die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hatten sich für die Einführung eines schnellen Regionalexpresses zwischen Schwerin und Hamburg eingesetzt. Als Vorbild diente der Thüringen-Franken-Express, der in Süddeutschland mit bis zu 190 Kilometern pro Stunde verkehrt. Die Politiker wollten damit die gestrichene beziehungsweise später startende ICE-Frühverbindung von der Landeshauptstadt in Richtung Hamburg kompensieren.

Doch Verkehrsminister Wolfgang Blanck setzte dieser Idee ein klares Stoppschild. Aus seinem Ministerium hieß es auf Anfrage des Nordkurier: "Mit einem sogenannten 'schnellen Regionalexpress' ließen sich ICE-Reisezeiten zwischen Rostock und Hamburg von unter zwei Stunden nicht erreichen."

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Technische und betriebliche Grenzen

Das Ministerium nannte zwei wesentliche Gründe für die Ablehnung:

  • Regionalzüge können bauartbedingt nicht schneller als 160 km/h fahren, während ICE-Züge deutlich über 200 km/h erreichen
  • Ein Regionalexpress müsste als Nahverkehrsangebot an deutlich mehr Stationen halten als ein ICE

Diese betrieblichen Unterschiede würden dazu führen, dass selbst ein beschleunigter Regionalexpress die Reisezeiten eines ICE nicht annähernd erreichen könnte.

Landesregierung setzt auf Verhandlungen mit der Bahn

Statt auf schnelle Regionalzüge setzt Verkehrsminister Blanck auf intensive Gespräche mit der Deutschen Bahn. Das Ministerium betonte, dass sich die Landesregierung bereits seit Monaten mit Nachdruck für die Beibehaltung des Fernverkehrsangebots zwischen Rostock und Hamburg einsetze.

"Eine angemessene Fernverkehrsanbindung ist insbesondere für Pendler, aber auch für das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern insgesamt, von zentraler Bedeutung", so die offizielle Stellungnahme des Verkehrsministeriums.

Die laufenden Gespräche mit der DB AG und der DB Fernverkehr AG sollen die für Mai angekündigte Streichung der ICE-Frühverbindung doch noch verhindern. Ob diese Verhandlungen erfolgreich sein werden, wird sich spätestens nach Abschluss der Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg zeigen. Dann soll der neue Fahrplan der Bahn in Mecklenburg-Vorpommern in Kraft treten.

Für die täglichen Pendler aus dem Großraum Schwerin und dem mecklenburgischen Landesteil bedeutet die aktuelle Entwicklung eine weitere Enttäuschung. Sie müssen weiterhin entweder mit deutlich langsameren Regionalzügen nach Hamburg fahren oder auf die reduzierte ICE-Verbindung warten, die später am Tag startet.

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