Landarztquote in MV startet: Medizinstudium ohne Einser-Abitur möglich
Landarztquote MV: Medizinstudium ohne Einser-Abitur

Landarztquote in Mecklenburg-Vorpommern startet mit erweitertem Angebot

Am 28. März 2026 beginnt in Mecklenburg-Vorpommern die nächste Bewerbungsphase für Medizinstudienplätze über die sogenannte Landarztquote. Anders als bei klassischen Zugangswegen mit Top-Abiturnoten oder langen Wartezeiten bietet dieses Programm eine alternative Möglichkeit, einen begehrten Studienplatz zu erhalten.

Erweiterung auf Zahnmedizin und Pharmazie

Der Landtag hat im Januar 2026 beschlossen, die quotierte Vergabe von Studienplätzen deutlich auszuweiten. Neben der bestehenden Landarztquote werden nun auch eine Landzahnarztquote und eine Landapothekerquote eingeführt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den akuten Mangel an Haus- und Fachärzten, Zahnmedizinern und Apothekern in unterversorgten Regionen des Bundeslandes zu bekämpfen.

Für Bewerber, die sich verpflichten, nach ihrem Studium in einer von Unterversorgung bedrohten Region in Mecklenburg-Vorpommern tätig zu werden, eröffnen sich neue Perspektiven. In der Humanmedizin werden künftig 42 statt bisher 32 Studienplätze an den Universitäten Rostock und Greifswald über die Vorabquote vergeben. Für das Pharmaziestudium, das ausschließlich in Greifswald angeboten wird, sind maximal sieben Plätze vorgesehen, während angehende Zahnmediziner acht Plätze erhalten können.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Innovativer Fachrichtungswechsel möglich

Eine bundesweit einzigartige Neuerung ist die Möglichkeit für Humanmedizin-Studenten, nach ihrer Approbation in unterbesetzte fachärztliche Bereiche zu wechseln. Dies soll gezielt Augenärzte, HNO-Ärzte, Frauenärzte, Dermatologen, Urologen und Neurologen für den ländlichen Raum gewinnen. Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) betont: "Aus meiner Sicht ist die neue, erweiterte Landarztquote ein elementarer Baustein, um die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft sicherzustellen."

Das Gesundheitsministerium begleitet den Bewerbungsstart mit einer umfangreichen Öffentlichkeitskampagne, die vier Wochen lang in sozialen Medien, mit Plakaten an Bahnhöfen und mit Postkarten in Rostock, Schwerin, Wismar, Stralsund und Greifswald durchgeführt wird.

Einschränkungen und Voraussetzungen

Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen zu beachten. Während erfolgreiche Bewerber für Humanmedizin bereits im Wintersemester 2026/2027 ihr Studium beginnen können, ist dies für Pharmazie und Zahnmedizin noch nicht garantiert. Die rechtlichen Voraussetzungen für diese Bereiche werden derzeit geschaffen, eine hundertprozentige Sicherheit besteht jedoch nicht.

Ein entscheidender Vorteil der Landquoten ist, dass die Abiturnote nur eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen werden Berufserfahrung, ehrenamtliches Engagement und persönliche Eignung stärker berücksichtigt. Ministerin Drese erhofft sich dadurch, "gezielt auch junge Talente anzusprechen, denen der klassische Weg in das Medizinstudium bisher vielleicht verwehrt geblieben ist."

Verpflichtungen und Konsequenzen

Die angehenden Landquoten-Studenten müssen sich in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag verpflichten, nach erfolgreichem Studienabschluss mindestens zehn Jahre in einem unterversorgten oder drohend unterversorgten Gebiet in Mecklenburg-Vorpommern tätig zu sein. Bewerber sollten beachten, dass sich die Einstufung der Gebiete während des Studiums ändern könnte. Bei Vertragsbruch droht eine Strafe von bis zu 250.000 Euro.

Bewerben können sich ausschließlich Personen, die bereits über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Das bedeutet, dass Abiturienten, die ihr Zeugnis erst im Sommer erhalten, in dieser Runde nicht teilnehmen können. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sind über das Gesundheitsministerium erhältlich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration