Lützow setzt auf umfassende Infrastruktur-Investitionen
Die Gemeinde Lützow in Nordwestmecklenburg bereitet sich auf eine Phase umfangreicher Bauaktivitäten vor. Mit mehreren Millionenprojekten will die Kommune sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die Lebensqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessern. Bürgermeister Tino Waldraff betont die strategische Bedeutung dieser Investitionen für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.
Gewerbegebietserweiterung und neue Wohnflächen
Ein zentrales Vorhaben ist die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets Am Galgenberg. Westlich der aktuellen Flächen sollen neue Erschließungsmaßnahmen beginnen, um zusätzlichen Platz für ansiedlungswillige Unternehmen zu schaffen. „Wir schaffen neue Flächen für Unternehmen, die Interesse haben, sich hier anzusiedeln“, erklärt Waldraff. Diese wirtschaftliche Entwicklung sei eine Grundvoraussetzung für eine solide kommunale Finanzbasis.
Parallel dazu arbeitet die Gemeinde intensiv an der Schaffung neuer Wohnflächen. Im Bereich der derzeitigen Sporthalle in Richtung Renzow sollen zukünftig Wohngebiete entstehen. Die dafür notwendigen Planverfahren will Lützow noch in diesem Jahr entscheidend vorantreiben, um sowohl Unternehmen als auch neuen Einwohnern attraktive Perspektiven zu bieten.
Hortumbau mit Landkreisunterstützung
Bereits im vergangenen Jahr wurde eine wichtige Investition für Familien angestoßen: der Umbau des Gemeindehauses zur Schaffung zusätzlicher Hortplätze. Mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Nordwestmecklenburg konnte der erste Bauabschnitt bereits fertiggestellt werden. Der zweite Bauabschnitt soll im April 2026 vollendet werden, wie Bürgermeister Waldraff mitteilt. Insgesamt fließen rund 1,1 Millionen Euro in diese familienfreundliche Infrastrukturmaßnahme.
Neue Sporthalle: Förderentscheidung steht bevor
Ein besonders dringliches Projekt ist der Neubau einer modernen Zweifeldsporthalle. Die aktuelle Halle aus den 1970er-Jahren entspricht nicht mehr den Anforderungen: Sie ist nicht barrierefrei, zu klein für den Bedarf und zwingt Vereine bereits jetzt zur Ausweichnutzung nach Gadebusch. Ein Neubau würde etwa zehn Millionen Euro kosten.
Die Gemeinde hofft auf eine Förderung von knapp acht Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten. Ende Februar 2026 wird die Entscheidung über diesen Förderantrag erwartet, der den Weg für den dringend benötigten Sportstättenbau ebnen könnte.
Kulturhaus-Projekt mit ungewisser Finanzierung
Ein weiteres ambitioniertes Vorhaben ist der Bau eines Kulturhauses, das bereits unter Waldraffs Vorgänger Gerd Klingenberg initiiert wurde. Zwar liegt bereits eine Förderzusage des Bundes über unter zwei Millionen Euro vor, doch für eine nachhaltige Realisierung benötigt die Gemeinde mit ihren 1600 Einwohnern zusätzliche Fördermittel. Der genaue Zeitpunkt für den ersten Spatenstich bleibt daher vorerst ungewiss, obwohl viel Herzblut und Kreativität in die Planungen geflossen sind.
Insgesamt zeigt Lützow mit diesem umfassenden Investitionspaket, wie eine kleine Gemeinde durch strategische Infrastrukturprojekte ihre Attraktivität für Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen steigern will. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob die angestrebten Förderungen realisiert werden können.



