Bei Eintracht Frankfurt brodelt es weiterhin gewaltig. Cheftrainer Albert Riera steht massiv in der Kritik, wird aber nach Informationen von SPORT1 mindestens bis zum Saisonende im Amt bleiben. Der Spanier soll am Freitagabend bei Borussia Dortmund an der Seitenlinie stehen. Falls es dort keine außergewöhnlichen Vorkommnisse gibt, wird Riera auch am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart das Vertrauen der Verantwortlichen erhalten.
Mangel an Alternativen als Hauptgrund
Die Entscheidung, Riera vorerst zu halten, wurde auch deshalb getroffen, weil der Eintracht schlichtweg die Zeit fehlt, für die letzten beiden Spiele einen neuen Trainer zu installieren. Sportvorstand Markus Krösche und die weiteren Verantwortlichen wollen kurz vor Saisonende nichts überstürzen. Nach der Saison plant man, sich in Ruhe zusammenzusetzen und die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
Eine interne Lösung lehnt Krösche ab. Nach der Freistellung von Dino Toppmöller im Januar hatten Dennis Schmitt und Vereinslegende Alexander Meier für vier Spiele interimsweise als Duo übernommen – und alle Spiele verloren. Diese Erfahrung will man nicht wiederholen.
Zukunft über den Sommer hinaus ungewiss
Ein Verbleib Rieras über den Sommer hinaus ist unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Entscheidend dürfte die Leistung der Mannschaft in den zwei verbleibenden Saisonspielen sein und wie sich das Klima innerhalb des Kaders entwickelt. Riera selbst gab sich nach der jüngsten Niederlage gegen den HSV ungewohnt kleinlaut: „Bis zum letzten Moment werde ich mein Bestes geben. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht. Aber ich versuche mein Möglichstes.“
Markus Krösche wollte direkt nach dem Spiel nicht über den Spanier sprechen und wich Nachfragen zur Zukunft des Cheftrainers aus.
Riera entwickelte sich zum Missverständnis
Riera kam Ende Januar vom slowenischen Conference-League-Teilnehmer NK Celje und erhielt in Frankfurt einen Vertrag bis Sommer 2028. Seine sportliche Bilanz ist mit vier Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen bescheiden. Zuletzt verloren die Hessen mit 1:2 gegen den HSV und rutschten erstmals seit Monaten aus den Europapokalplätzen heraus.
Zu Führungsspielern wie Mario Götze, Ritsu Doan oder Jonathan Burkardt wird dem Cheftrainer kein gutes Verhältnis nachgesagt. Vor dem Spiel gegen den HSV wurde der Spanier zudem mit vereinzelten Pfiffen der eigenen Fans empfangen. Als sein Name bei der Mannschaftsaufstellung verlesen wurde, nahmen diese zu. Auch bei der Halbzeit und insbesondere nach dem Schlusspfiff scheuten sich die Frankfurter Fans nicht, ihren Unmut kundzutun.



