Mecklenburg-Vorpommern kämpft mit Überflutungen: Straßen gesperrt, Keller vollgelaufen
MV: Überflutungen nach Tauwetter und Regen

Mecklenburg-Vorpommern im Ausnahmezustand: Überflutungen nach Tauwetter

Das anhaltende Tauwetter in Kombination mit starken Regenschauern hat in Mecklenburg-Vorpommern zu einer kritischen Lage geführt. Vielerorts sind Straßen überflutet und Keller vollgelaufen, was die Feuerwehren des Bundeslandes in einen Dauereinsatz zwingt. Die Situation wird durch die noch gefrorenen Böden verschärft, die das Wasser nicht aufnehmen können.

Feuerwehren im Dauereinsatz: Hunderte Einsätze registriert

Allein im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verzeichnete die Feuerwehr zwischen Samstagfrüh und Sonntagnachmittag rund 160 Einsätze aufgrund von Überschwemmungen. Ein Sprecher betonte: „Wir haben so weit alles im Griff.“ Dennoch musste das Personal aufgestockt werden. In etwa 40 Fällen waren vollgelaufene Keller der Grund für die Alarmierungen, während die meisten Einsätze überflutete Straßen betrafen.

In den Gemeinden Datzetal und Schönhausen legten die Einsatzkräfte Sandsäcke vor Häusern aus, um das Wasser umzuleiten und größere Schäden zu verhindern. Auch in anderen Regionen wie dem Landkreis Rostock waren die Feuerwehren stark gefordert. Hier waren am Sonntagmittag 75 Fahrzeuge im Einsatz, und über das Wochenende wurden insgesamt 135 Einsätze vermerkt.

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Verkehrschaos: Mehrere Bundes- und Landesstraßen gesperrt

Die Überschwemmungen haben erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. Die Bundesstraße 197 in Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist seit Samstag voll gesperrt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk pumpen dort das Wasser ab, und die Sperrung wird voraussichtlich bis mindestens Montag andauern.

Kreiswehrführer Stephan Drews erklärte die Ursache: „Wegen der gefrorenen Böden läuft das Wasser aktuell vom angrenzenden Acker über die B197 in den kleinen Fluss Datze.“ Dieser Fluss führt derzeit einen sehr hohen Wasserstand. Als Umfahrungsmöglichkeiten dienen die Kreisstraße zwischen Genzkow und Glienke oder die Landesstraße 28/35 zwischen Friedland und Neubrandenburg.

Weitere Sperrungen gab es auf der B104 in Remplin und der Landesstraße 241 in Priborn. Einige Straßen waren nur einspurig befahrbar, was zu erheblichen Behinderungen führte. Die Polizei appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, auf Sperrungen zu achten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.

Gefahr durch Aquaplaning: Polizei warnt Autofahrer

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg warnte ausdrücklich vor den Gefahren durch das Tauwasser: „Das Tauwasser sammelt sich mitunter an unübersichtlichen Stellen und kann eine Gefahr durch Aquaplaning darstellen.“ Autofahrerinnen und Autofahrer wurden aufgefordert, besonders aufmerksam zu sein und bei Wasser auf der Straße die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren.

Die Lage bleibt in mehreren Landkreisen angespannt. Im Landkreis Vorpommern-Rügen waren am Sonntagnachmittag 70 Einsätze im Gange, und auch hier gab es mehrere Straßensperrungen. Im Landkreis Westmecklenburg registrierte die Feuerwehr am Samstag knapp 20 Einsätze wegen Überschwemmungen.

Wetteraussichten: Frühlingshafte Temperaturen in Sicht

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für den Wochenbeginn im Nordosten weiterhin graues und regnerisches Wetter. Doch ab Mitte der Woche dürfte sich die Situation entspannen. Am Mittwoch werden in Mecklenburg-Vorpommern Temperaturen bis zu 13 Grad erwartet, was frühlingshafte Verhältnisse verspricht. Bis dahin bleiben die Feuerwehren jedoch in Alarmbereitschaft, um auf weitere Zwischenfälle reagieren zu können.

Bislang sind nach Angaben von Polizei und Feuerwehr keine Personen zu Schaden gekommen, und Evakuierungen waren nicht notwendig. Die Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran, die Wassermassen zu beseitigen und die Infrastruktur wiederherzustellen.

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