Mecklenburg-Vorpommern treibt Verwaltungsmodernisierung mit umfassendem Maßnahmenpaket voran
Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat einen entscheidenden Schritt zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung eingeleitet. Das Kabinett in Schwerin beschloss die Umsetzung von rund 240 konkreten Vorhaben zur Staatsmodernisierung, wie das Digitalministerium mitteilte. Ziel ist es, Verfahren für Bürgerinnen, Bürger sowie Unternehmen deutlich zu beschleunigen, zu vereinfachen und stärker zu digitalisieren.
Föderale Modernisierungsagenda als Grundlage
Grundlage für diese umfangreichen Bemühungen bildet die sogenannte föderale Modernisierungsagenda, auf die sich Bund und Länder bereits im Dezember 2025 verständigt hatten. Digitalminister Heiko Geue (SPD) betonte die Notwendigkeit eines grundlegenden Perspektivwechsels: „Wir müssen Verwaltung konsequent vom Bürger her denken“, erklärte er. Für eine erfolgreiche Umsetzung seien sowohl Beschleunigungsgesetze auf Bundesebene als auch eine intensive Zusammenarbeit bei digitalen Lösungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen unverzichtbar.
Konkrete Maßnahmen zur Entbürokratisierung
Zu den geplanten Neuerungen gehört ein ressortübergreifendes Artikelgesetz, das eine Reihe gesetzlicher Änderungen bündeln soll. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Abbau unnötiger bürokratischer Hürden:
- In zahlreichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen sollen künftig einfache Kopien anstelle von Originalurkunden oder beglaubigten Dokumenten ausreichen.
- Die bisher häufig erforderliche händische Unterschrift soll in vielen Verfahren durch elektronische Alternativen wie E-Mails oder Online-Formulare ersetzt werden.
- Die Vorlage von Registerauskünften entfällt weitgehend, da Behörden diese Daten künftig elektronisch abrufen können.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz als Treiber
Das Digitalministerium plant zudem den verstärkten Einsatz moderner Technologien, um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Dazu gehört die Nutzung digitaler Werkzeuge und künstlicher Intelligenz zur Unterstützung bei Routineaufgaben. Bereits umgesetzt wurde eine Vereinfachung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge: Die Wertgrenzen für direkte Vergaben ohne aufwendige Ausschreibungsverfahren wurden für Land und Kommunen deutlich angehoben, was zu schnelleren Prozessen führen soll.
Um die geplanten 240 Vorhaben verbindlich umzusetzen, kündigte die Landesregierung kurzfristige rechtliche und organisatorische Anpassungen an. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Verwaltungseffizienz steigern, sondern auch die Servicequalität für die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern spürbar verbessern.



