Rekord: Mecklenburg-Vorpommern steigert Staatsbau-Ausgaben um 73 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro
MV steigert Staatsbau-Ausgaben um 73% auf 1,5 Mrd. Euro

Rekordausgaben im Staatsbau: Mecklenburg-Vorpommern investiert massiv

Mecklenburg-Vorpommern hat seine finanziellen Mittel für staatliche Bauprojekte in der laufenden Legislaturperiode deutlich aufgestockt. Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue von der SPD legte in der jüngsten Kabinettssitzung eine beeindruckende Bilanz vor. Demnach beliefen sich die Ausgaben für investive Bauvorhaben in den Jahren 2022 bis 2026 auf rund 2,7 Milliarden Euro. Diese Summe wurde für mehr als 800 verschiedene Projekte bereitgestellt.

Massive Steigerung der Ist-Ausgaben

Die Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung konnte ihre Leistungen im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode erheblich ausweiten. Wurden damals noch 840 Millionen Euro verzeichnet, stiegen die tatsächlichen Ist-Ausgaben nun auf fast 1,5 Milliarden Euro an. Dies entspricht einem bemerkenswerten Plus von 73 Prozent. „Die staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung hat Enormes geleistet“, lobte Minister Geue die Arbeit der Behörde ausdrücklich.

Schwerpunkte bei Universitäten und Forschungseinrichtungen

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die beiden Landesuniversitäten in Rostock und Greifswald. Mehrere Großprojekte dieser Hochschulen zählen zu den zehn kostspieligsten Vorhaben des Landes. In Rostock wurden der Neubau der „Zentralen Medizinischen Funktionen“ an der Universitätsmedizin sowie das Projekt „Ulmicum“ am Campus Ulmenstraße realisiert. Greifswald profitierte von erheblichen Investitionen in den Forschungsbau „William B. Kannel Center for Community Medicine“ sowie in neue Kliniken für Hämatologie und Onkologie. Auch die Hochschule Wismar und die Hochschule für Musik und Theater in Rostock erhielten durch Neubauten für Labor- und Probenräume wichtige Impulse.

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Spitzenposition im Bundesländervergleich

Im Vergleich zu anderen Bundesländern nimmt Mecklenburg-Vorpommern eine führende Rolle bei der Steigerungsrate ein. Während das flächenmäßig deutlich größere Bayern im Jahr 2025 etwa 2,2 Milliarden Euro für den staatlichen Hochbau inklusive Bundesbau ausgab, legte der Nordosten mit einem Wachstum von 73 Prozent ein überdurchschnittlich hohes Tempo vor. Im Haushaltsjahr 2025 erreichten die Ausgaben in MV mit 194,4 Millionen Euro einen historischen Höchststand. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Rekordwert von ungefähr 275 Millionen Euro angestrebt.

Denkmalgerechtes Bauen als weiterer Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der denkmalgerechten Sanierung bedeutender Gebäude. Das Finanzministerium hob sechs Projekte besonders hervor:

  • Das ehemalige Postgebäude in Schwerin mit einem Gesamtvolumen von 49,4 Millionen Euro, davon 18,4 Millionen Euro in der aktuellen Legislaturperiode.
  • Die Schlossanlage Ludwigslust, in die seit 1991 insgesamt 62,7 Millionen Euro investiert wurden, mit einem aktuellen Umsatz von 22,0 Millionen Euro.
  • Die Schlossanlage Güstrow mit Investitionen seit der Wende in Höhe von 47,6 Millionen Euro.
  • Das staatliche Museum Schwerin, das bei einem Gesamtvolumen von 52 Millionen Euro modernisiert wurde.
  • Die Schlossanlage Neustrelitz inklusive Orangerie mit einem Volumen von 10,4 Millionen Euro.
  • Der Marstall, für den insgesamt 22,2 Millionen Euro aufgewendet wurden.

Stärkung regionaler Wirtschaft und nachhaltige Standards

Durchschnittlich wurden über zwei Drittel des Bauumsatzes mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt. Durch die Erhöhung der Wertgrenzen bei Direktvergaben auf 150.000 Euro wird erwartet, dass dieser Anteil bei kleineren Aufträgen künftig noch steigen wird. Neben den Landesbauten übernahm die Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung auch Aufgaben für den Bund. In den kommenden Jahren sind hier massive Investitionen im militärischen Bereich geplant, darunter der Ausbau des Flugplatzes Laage mit geschätzten 1,7 Milliarden Euro sowie weitere 3,5 Milliarden Euro für Unterkunftsgebäude und technische Infrastruktur.

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Gleichzeitig forcierte das Land seine Klimaziele. „Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatz, sondern Standard“, betonte Minister Geue. Seit 2022 dürfen Neubauten maximal 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes aufweisen. Zudem gingen 22 neue Photovoltaikanlagen auf Landesliegenschaften in Betrieb. Der umfassende Bilanzbericht wurde an den Landtag übersandt und wird in der nächsten Sitzungsperiode beraten.