Neues Altarbild nach historischer Zerstörung
In der Dorfkirche von Birkholz bei Berlin wurde am Osterwochenende 2026 ein besonderes Kunstwerk eingeweiht. Die 21-jährige Künstlerin Isabel Lorenz, die aus Botelsdorf bei Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern stammt, hat ein neues Altarbild für das Gotteshaus geschaffen. Das Gemälde mit den Maßen 2,20 Meter Höhe und 1,25 Meter Breite zeigt die Auferstehung Jesu Christi und ersetzt damit ein historisches Werk, das vor mehr als fünf Jahrzehnten unwiederbringlich verloren ging.
Tragische Geschichte der Birkholzer Kirche
Die Hintergrundgeschichte dieser künstlerischen Neuschöpfung ist von Zerstörung und Wiederaufbau geprägt. Im Jahr 1972 wurde der 42 Meter hohe Kirchturm der Birkholzer Kirche wegen angeblicher Baufälligkeit gesprengt. Bei dieser katastrophalen Aktion gingen nicht nur der Turm, sondern durch herumfliegende Trümmerteile auch das Kirchenschiff und wertvolles Inventar verloren. Das ursprüngliche Altarbild mit demselben Motiv wurde dabei vollständig zerstört, sodass nur noch historische Fotografien als Vorlage erhalten blieben.
Erst 1990 begannen die Sanierungsarbeiten an der schwer beschädigten Kirche, nachdem das Gebäude fast zwei Jahrzehnte in Schutt und Asche gelegen hatte. Seit 1992 finden hier wieder regelmäßig Gottesdienste statt. Die Dorfkirche, deren Holz für den Dachstuhl bereits im Jahr 1266 geschlagen worden war, steht heute unter Denkmalschutz und stellt ein wichtiges kulturelles Erbe der Region dar.
Fünfmonatige Schaffensphase der jungen Künstlerin
Isabel Lorenz arbeitete etwa fünf Monate an ihrem bislang größten Werk. „Als man mich fragte, ein Altarbild zu malen, habe ich mich zunächst erst einmal über die traurige Geschichte dieser Kirche informiert. Doch dann habe ich mich gefreut, für sie ein neues Bild zu erschaffen“, erklärt die Künstlerin, die bereits im Alter von zehn Jahren ihre Liebe zur Malerei entdeckte.
Die Initiative für das Projekt ging von Ortschronist Olaf Kaden aus, der durch einen Bericht über eine Ausstellung im Wismarer Stadtarchiv auf die Arbeiten der jungen Künstlerin aufmerksam geworden war. Ihre Werke faszinierten ihn so sehr, dass er die Idee entwickelte, Isabel Lorenz für die Neuschaffung eines Altarbildes nach historischem Vorbild zu gewinnen.
Begeisterte Reaktionen bei der Einweihung
Bei der feierlichen Enthüllung des Gemäldes am Osterwochenende zeigten sich die Gemeindemitglieder tief beeindruckt. „Es ist wunderschön und passt genau hier her“, kommentierte eine Birkholzerin das neue Kunstwerk. Auch Reinhard Schumann, Mitglied des Gemeindekirchenrates, richtete bewegende Worte an die Künstlerin: „Beim Betrachten Ihres Bildes wird deutlich, mit welcher Leidenschaft Sie malen. Die Liebe zu religiösen Motiven im Stil der Alten Meister ist unverkennbar und verleiht dem Werk eine besondere Tiefe und Ausdruckskraft.“
Pfarrerin Konstanze Werstat bezeichnete die Tatsache, dass mehr als fünf Jahrzehnte nach der Kirchturmsprengung wieder ein Altarbild das Gotteshaus ziert, als kleine Wundergeschichte. Nach der Enthüllung überreichte Ortschronist Olaf Kaden der Malerin als Dankeschön einen etwa 30 Zentimeter hohen Schutzengel aus Holz, während weitere Gemeindemitglieder weitere Präsente überreichten.
Perspektiven für die junge Künstlerin
Für Isabel Lorenz stellt dieses Projekt einen wichtigen Meilenstein in ihrer künstlerischen Laufbahn dar. Einer ihrer größten Wünsche ist es, in Zukunft für weitere Kirchen und Museen künstlerisch tätig sein zu können. Die Rückmeldungen aus der Birkholzer Gemeinde bestärken sie in diesem Vorhaben und zeigen, dass traditionelle religiöse Kunst auch in der Gegenwart eine bedeutende Rolle spielen kann.
Das neu geschaffene Altarbild steht somit nicht nur für die Wiederherstellung eines zerstörten Kunstwerkes, sondern auch für die Kontinuität kultureller und religiöser Traditionen über Generationen hinweg. Es verbindet die tragische Geschichte der Birkholzer Kirche mit der kreativen Energie einer jungen Künstlerin aus Mecklenburg und schafft so eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.



